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Welches Störfallszenario ist bei der passiven Lagerung von Gefahrstoffen wie Brom und Schwefeltrioxid in gefahrgutrechtlich zugelassenen Transportverpackungen zu betrachten?

KomNet Dialog 17921

Stand: 13.02.2013

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Störfallanlagen

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Frage:

Welches Störfallscenario ist bei der passiven Lagerung von beispielsweise Brom, Schwefeltrioxyid in gefahrgutrechtlich zugelassenen Transportverpackungen zu betrachten? Ist ein Leckschlagen der Behälter als "Dennochstörfall" zu betrachten?

Antwort:

Im Sicherheitsbericht nach Störfallverordnung - 12. BImSchV - werden Störfallablaufszenarien unter Berücksichtigung der im Sicherheitsbericht beschriebenen störfallverhindernden und störfallbegrenzenden Maßnahmen beschrieben. In einem Lager zur passiven Lagerung von Gefahrstoffen in transportrechtlich zugelassenen Behältern wird unterstellt, dass es bei der Ein- und Auslagerung zu Beschädigungen z. B. durch das Flurförderzeug oder durch Absturz eines Gebindes aus dem Lagerregal kommen kann. Bei korrosiven Medien sind auch Leckagen durch Korrosion während der Lagerung in Betracht zu ziehen. Für die Betrachtung der daraus resultierenden Auswirkungen sind die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen zu berücksichtigen wie Einhausung (Lagerhalle), Auffangeinrichtungen, Gaswarneinrichtungen, Bergefässer usw. Ebenso ist die Auslegung des Gefäßes nach Transportrecht zu berücksichtigen.

Ein Leckschlagen eines Behälters und die Freisetzung des gesamten Inhalts in die Umgebung ist als Dennoch-Störfall zu betrachten. Störfallverhindernde und -begrenzende Maßnahmen werden nicht berücksichtigt.

Im Leitfaden der ehemaligen Störfallkommission SFK-GS-26"Konzept einer ursachenabhängigen Betrachtung von Störfallablaufszenarien" finden sich Definitionen für "zu verhindernde Störfälle", "Dennoch-Störfälle" und "Exzeptionelle Störfälle".

Weitere Hinweise zu Störfallszenarien finden sich im SFK-Leitfaden SFK-GS-45" Leitfaden Schnittstelle Notfallplanung".