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Muss für eine betriebseigene Diesel-Tankstelle ein Explosionsschutzdokument erstellt werden?

KomNet Dialog 17783

Stand: 25.01.2013

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Füllanlagen, Tankstellen

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Frage:

Muss für eine betriebseigene Diesel-Tankstellen ein Explosionsschutzdokument erstellt werden? Spielt hier die "neue" Einstufung nach GHS eine Rolle (Gefahrenpiktogramm "Flamme GHS02)"?

Antwort:

Für eine Diesel-Tankstelle muss kein Explosionsschutzdokument nach § 6 Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - erstellt werden. Die neue Einstufung nach GHS spielt keine Rolle, da mit der neuen Einstufung auch der Flammpunkt verschoben worden ist. Die eigentliche Eigenschaft des Dieselkraftstoffes wurde ja nicht geändert.

Der Arbeitgeber hat nach § 3 BetrSichV eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Hierbei ist nach Abs. 2 insbesondere zu prüfen, ob gefährliche explosionsfähige Atmosphäre auftreten und ggfs. nicht sicher verhindert werden kann. Die TRBS 3151/TRGS 751"Vermeidung von Brand-, Explosions- und Druckgefährdungen an Tankstellen und Füllanlagen zur Befüllung von Landfahrzeugen führt hierzu folgendes aus:

4.1.10.1 Allgemeines
(1) An Teilen von Tankstellen und Füllanlagen für Kraftstoffe mit Flammpunkt < 55 °C 8 kann nach den Bestimmungen der §§ 6 und 11 der GefStoffV die Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre in der Regel nicht sicher verhindert werden. Bei der Gefährdungsbeurteilung einer Betankungsanlage ist von einer Vielzahl von Bereichen, in denen mit dem Vorhandensein einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre gerechnet werden muss, auszugehen. Diese Bereiche sind als explosionsgefährdete Bereiche auszuweisen und in Zonen einzustufen. Es ist ein Explosionsschutzdokument nach § 6 der BetrSichV zu erstellen. Siehe hierzu auch TRBS 2152 Teil 1 und 2/TRGS 721 und 722.

Unter Randnummer 8) wird folgendes ausgeführt:
Unter den in dieser Technischen Regel festgelegten Bedingungen der Handhabung und Lagerung in Tankstellen bewirken brennbare Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von mehr als 55 °C keine Explosionsgefahren, die Explosionsschutzmaßnahmen erfordern.


Da Dieselkraftstoff einen Flammpunkt von mehr als 55 °C aufweist, muss unter den normalen Bedingungen an einer Eigenverbrauchs-Diesel-Tankstelle nicht mit Explosionsgefahren gerechnet werden. Daher ist auch die Erstellung eines Explosionsschutzdokumentes entbehrlich.

Die grundsätzliche Bewertung kann bereits im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung aufgeführt werden.