Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Können beim Tragen von Atemschutz die gefährlichen Gase auch über ein Loch im Trommelfell in den Körper gelangen?

KomNet Dialog 1778

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Sonstige arbeitsmedizinische Fragen

Dialog
Favorit

Frage:

Tragen von Atemschutz - Besteht eine Gefährdung beim Tragen von Atemschutz z.B. bei hohen Gaskonzentrationen bei einem defekten Trommelfell ? Gibt es Erfahrungen/Untersuchungen von Atemschutzgeräteträgern, die nachweislich ein Loch im Trommelfell hatten bzw. haben ? Muß man von einer realistischen Gefährdung ausgehen oder ist so etwas nachweislich bereits vorgekommen, daß Gas durch ein defekte Trommelfell `inhalativ` aufgenommen wurde und zu einer Gesundheitsgefährdung bzw. Gesundheitsschaden geführt hat? Oder gibt es auf der anderen Seite sogar Erfahrungen anderer Art, daß man Mitarbeiter mit defektem Trommelfell dennoch mit Atemschutz in gasgefährdete Bereiche hineinlassen kann? Bsp.: Gefährdung durch hohe Kohlenmonoxidkonzentrationen im Hochofenbereich.

Antwort:

Ein defektes Trommelfell als Eintrittspforte für Gase ist grundsätzlich möglich. Untersuchungskriterium im Rahmen der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung G26 Atemschutzgeräte ist daher die Untersuchung auf eine Trommelfellperforation, falls die Gefahr einer Aufnahme von Gasen und Dämpfen über den Gehörgang besteht. Ein intaktes Trommelfell ist aus diesem Grund z.B. Voraussetzung für die Aufnahme in die Berufsfeuerwehr. Hier sind keine Publikationen bekannt, die die Aufnahme von Schadstoffkonzentrationen über ein defektes Trommelfell in die oberen, mittleren oder unteren Atemwege messtechnisch bestätigen. Da es sich bei der Vorgabe der G 26 um ein Ausschlusskriterium handelt, gibt es keine Ausnahmen, nach der es Mitarbeitern mit defektem Trommelfell erlaubt werden darf, sich mit Atemschutz in gasgefährdeten Bereichen aufzuhalten. Stand: 30.04.2003