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Welche Maßnahmen sind beim Betrieb von Benzin- und Dieselgeneratoren bzgl. der Abgase zu treffen?

KomNet Dialog 17722

Stand: 16.01.2013

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Rauche und Motoremissionen

Dialog
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Frage:

Welche Maßnahmen sind beim Betrieb von Benzin- und Dieselgeneratoren bzgl. der Abgase zu treffen?

Antwort:

Diesel- oder benzinbetriebene Generatoren erzeugen Abgas, das je nach Ausgangsprodukt unterschiedliche Mengen Gefahrstoffe, wie z. B. Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid, Rußpartikel, Kohlenwasserstoffe, Benzol, Stickoxide etc. enthalten kann.

Gemäß § 5 "Beurteilung der Arbeitsbedingungen" des Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - in Verbindung mit § 6 "Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung" der Gefahrstoffverordnung - GefStoffV - ist vom Arbeitgeber vor Aufnahme der Tätigkeiten eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Zur Beurteilung möglicher Gefährdungen sind hierbei u. a. die Technische Regeln für Gefahrstoffe - TRGS, wie z. B. die TRGS 554 "Dieselmotoremissionen", heranzuziehen.

Die in § 7 "Grundpflichten" GefStoffV aufgeführten Pflichten des Arbeitgebers sind hierbei besonders zu beachten; dort heißt es u. a.:

(1)    Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen erst aufnehmen lassen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung         nach § 6 durchgeführt und die erforderlichen Schutzmaßnahmen nach Abschnitt 4 ergriffen worden sind.
(2)    ...
(3)    ...
(4)    Der Arbeitgeber hat Gefährdungen der Gesundheit und der Sicherheit der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit         Gefahrstoffen auszuschließen. Ist dies nicht möglich, hat er sie auf ein Minimum zu reduzieren. Diesen Geboten hat         der Arbeitgeber durch die Festlegung und Anwendung geeigneter Schutzmaßnahmen Rechnung zu tragen. Dabei hat         er folgende Rangfolge zu beachten:
        1.  ...
        2.    Anwendung kollektiver Schutzmaßnahmen technischer Art an der Gefahrenquelle, wie angemessene Be- und                Entlüftung, und Anwendung geeigneter organisatorischer Maßnahmen,
        3.    sofern eine Gefährdung nicht durch Maßnahmen nach den Nummern 1 und 2 verhütet werden kann, Anwendung                von individuellen Schutzmaßnahmen, die auch die Bereitstellung und Verwendung von persönlicher                               Schutzausrüstung umfassen.
(5)    ...

Bei der Beantwortung der Frage wird davon ausgegangen, dass der Betrieb der Generatoren in umschlossenen Gebäuden stattfindet. Die TRGS 554 gibt hierzu in Kapitel 4 "Schutzmaßnahmen" genügend Hinweise in der Umsetzung des Schutzprinzips der GefStoffV. Diese TRGS kann nach Ermessen analog für benzingetriebene Generatoren angewandt werden.