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Für welche Laserklasse benötigen wir einen Strahlenschutzbeauftragten?

KomNet Dialog 17693

Stand: 11.01.2013

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Laserschutzbeauftragte

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Frage:

Für welche Laserklasse benötigen wir einen Strahlenschutzbeauftragten?

Antwort:

Einen Strahlenschutzbeauftragten benötigen Sie nicht. Diese werden in der Strahlenschutzverordnung - StrSchV - und der Röntgenverordnung - RöV - gefordert.

Für Lasereinrichtungen ist die "Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung" - OStrV - heranzuziehen. In § 5 OStrV heißt es:
§ 5 Fachkundige Personen, Laserschutzbeauftragter
(1) Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass die Gefährdungsbeurteilung, die Messungen und die Berechnungen nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Kenntnisse, hat er sich fachkundig beraten zu lassen.
(2) Vor der Aufnahme des Betriebs von Lasern der Klassen 3R, 3B und 4 hat der Arbeitgeber, sofern er nicht selbst über die erforderliche Sachkunde verfügt, einen sachkundigen Laserschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen. Die Sachkunde ist durch die erfolgreiche Teilnahme an einem entsprechenden Lehrgang nachzuweisen. Der Laserschutzbeauftragte hat folgende Aufgaben:
1.    die Unterstützung des Arbeitgebers bei der Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen gemäß § 3 Absatz 1        Satz 7;
2.    die Überwachung des sicheren Betriebs von Lasern nach Satz 1.
Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben arbeitet der Laserschutzbeauftragte mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt zusammen.

Ergänzende Informationen hierzu können Sie der berufsgenossenschaftlichen Vorschrift BGV B2"Laserstrahlung" und der zugehörigen Dienstanweisung BGV B2-DA entnehmen. Bitte beachten Sie hierbei, dass sich die Klassifizierung der Laser zwischenzeitlich geändert hat und diese Änderung in der BGV B2-DA, nicht aber in der BGV B2 berücksichtigt ist.

Ob die Bestellung eines Laserschutzbeauftragten ausreicht, hängt von den betrieblichen Umständen ab. Der Laserschutzbeauftragte muss zwar nicht während des Betriebes der Lasereinrichtung daneben stehen, sollte aber im Betrieb anwesend und innerhalb einer kurzen Frist verfügbar sein.

Da auch bei Abwesenheit des beauftragten Laserschutzbeauftragten wegen Urlaubs, Krankheit etc. beim Betrieb der Anlage grundsätzlich ein Laserschutzbeauftragter zur Verfügung stehen muss, ist es ist empfehlenswert, weitere entsprechend qualifizierte Personen als Laserschutzbeauftragte zu bestellen.

Gemäß Durchführungsanweisung zu § 6 Abs. 1 BGV B 2 gilt der Laserschutzbeauftragte als Sachkundiger, wenn er aufgrund seiner fachlichen Ausbildung oder Erfahrung ausreichende Kenntnisse über die zum Einsatz kommenden Laser erworben hat und so eingehend über die Wirkung der Laserstrahlung, über die Schutzmaßnahmen und Schutzvorschriften unterrichtet ist, dass er die notwendigen Schutzvorkehrungen beurteilen und auf ihre Wirksamkeit prüfen kann.

Es wird empfohlen, dass Laserschutzbeauftragte an einem Kurs zur Erlangung der Sachkunde für Laserschutzbeauftragte teilnehmen, der den von den Berufsgenossenschaften aufgestellten Anforderungen entspricht. Die Anforderungen für solche Kurse sind im Anhang 3 der BGV B2 aufgeführt.

Hinweis:
Weitere Informationen zum Betrieb einer Lasereinrichtung sind in der BGI 5007 aufgeführt.