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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen Auszubildende in `engen Räumen` (BGV A1) arbeiten?

KomNet Dialog 1757

Stand:

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Kinder, Jugendliche, Auszubildende > Arbeiten im Rahmen der Ausbildung

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Frage:

Kurze Frage: Ist es Auszubildenden erlaubt, in `engen Räumen` zu arbeiten? Es heißt in den Regelwerken: `Arbeiten in engen Räumen zählen im Allgemeinen zu den gefährlichen Arbeiten im Sinne des 36 UVV (BGV A1). Sie dürfen deshalb nur Personen übertragen werden, die geeignet sind und denen die mit den Arbeiten verbundenen Gefahren bekannt sind.` Von einer Altersbegrenzung oder so im speziellen habe ich nichts gelesen. Kann ich deshalb davon ausgehen, dass die gleichen Bestimmungen gelten, wie für gefährliche Arbeiten (mind. 16 Jahre alt, nur unter Aufsicht eines erfahrenen Kollegen)?

Antwort:

Zu dem engen Räumen zählen gemäß Berufsgenossenschaftlicher Information BGI 534 -Arbeiten in engen Räumen (bisher ZH 1/78)- insbesondere
- Behälter 
- Apparate 
- Kessel 
- Tanks 
- Kastenträger von Brücken oder Kranen 
- Hohlräume in Bauwerken und Maschinen, z.B. Stranggussmaschinen 
- fensterlose Bauwerke, z.B. kleine Kellerräume, Stollen 
- Räume, die wegen spezieller Anwendungstechniken, z.B. Versiegeln von Flächen, nicht ausreichend natürlich belüftet werden können 
- Rohrleitungen.

Gefährdungen bei Arbeiten in engen Räumen bestehen durch die begrenzte Raumgröße, die Notwendigkeit der Einnahme von Zwangshaltungen bei der Arbeit sowie die erschwerten Fluchtmöglichkeiten. Darüber hinaus bringen die ungünstigen Arbeitsbedingungen in engen Räumen zusätzlich arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren mit sich, die zu Erkrankungen führen können.

Gefährliche Arbeiten sind gemäß Durchführungsanweisungen zu § 36 BGV A1 z. B. Schweißen in engen Räumen, Befahren von Behältern oder engen Räumen, Befahren von Silos, Feuerarbeiten in brand- oder explosionsgefährdeten Bereichen oder an geschlossenen Hohlkörpern, Druckproben und Dichtigkeitsprüfungen an Behältern, Erprobung von technischen Großanlagen (z. B. Kesselanlagen), Sprengarbeiten, Arbeiten in gasgefährdeten Bereichen.

Bei der Beschäftigung jugendlicher Auszubildender (unter 18 Jahren) ist das Jugendarbeitsschutzgesetz - JArbSchG zu beachten.

Gemäß § 22 JArbSchG -Gefährliche Arbeiten- dürfen Jugendliche mit den dort genannten gefährlichen Arbeiten grundsätzlich nicht beschäftigt werden. Jugendliche dürfen nur die unter § 22 JArbSchG aufgeführten gefährlichen Arbeiten verrichten, wenn dies zur Erreichung des Ausbildungsziels erforderlich ist, der Schutz durch Fachkundige gewährleistet und die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten sichergestellt ist.

Jeder Arbeitgeber hat grundsätzlich gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz und § 28 a JArbSchG vor einer Beschäftigungsaufnahme die damit verbundenen Gefährdungen eigenverantwortlich und umfassend zu ermitteln und zu beurteilen und erforderliche Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten durchzuführen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss bei der Beschäftigung von Jugendlichen der Arbeitgeber auch ermitteln, ob gefährliche Arbeiten im Sinne des § 22 JarbSchG durchgeführt werden sollen.
Die genannten Vorschriften werden im Internet z.B. unter

Das berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerk wird im Internet angeboten unter http://publikationen.dguv.de  .