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Ist eine Grippeschutzimpfung bei Arbeiten mit infektiösem Material bzgl. der Geflügelpest sinnvoll?

KomNet Dialog 1726

Stand:

Kategorie: Gesundheitsschutz > Impfungen > Impfangebote, Impfempfehlungen

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Frage:

Ich bin als Lebensmittelkontrolleur bei einem Veterinär- u. Lebensmittelüberwachungsamt tätig. Sollte die Geflügelpest nach Deutschland sich ausbreiten, wäre es möglich, dass ich im Rahmen meiner Tätigkeit mit infektiösem Material in Berührung kommen könnte. Sowohl unser Chef als auch das Amt für Arbeitsschutz empfiehlt eine Grippeschutzimpfung für diese Personen. Ist eine Grippeschutzimpfung notwendig bzw. sinnvoll? Ich persönlich habe mich im Herbst 2002 gegen Grippe impfen lassen. Wie lange hält dieser Impfschutz an? Ist eine erneute Impfung ratsam? Wieviel Zeit sollte zwischen der Impfung und dem 1. Kontakt mit infektiösem Material liegen?

Antwort:

Das Robert-Koch-Institut bietet auf seinen Seiten Informationen zur Geflügelpest und zu Schutzmaßnahmen, u.a. Impfungen, an. Gemäß dem Beschluss-Entwurf 608 des Ausschusses für biologische Arbeitsstoffe – ABAS: Empfehlung spezieller Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Infektionen durch den Erreger der klassischen Geflügelpest heißt es unter Ziff. 6 Arbeitsmedizinische Vorsorge: Es ist aus Arbeitsschutzgründen nicht erforderlich, den Beschäftigten nach § 15 Abs. 4 BioStoffV eine Influenza-Schutzimpfung mit dem aktuellen humanen Influenza-Impfstoff abzubieten, da diese Impfung nicht dem Schutz vor Infektionen durch den Erreger der klassischen Geflügelpest dient. Durch eine derartige Impfung können allerdings Doppelinfektionen mit humanen Influenza-Viren und dem Erreger der Geflügelpest verhindert werden, die das Risiko der Entstehung neuer humanpathogener Virusvarianten bergen, so dass die Impfung aus Gründen des allgemeinen Bevölkerungsschutzes zu empfehlen ist. Der Arbeitgeber hat Beschäftigten mit möglichen direktem Kontakt zu erkrankten oder krankheitsverdächtigen Tieren oder erkrankten oder krankheitsverdächtigen Menschen eine prophylaktische antivirale Therapie mit Neuraminidasehemmern zu ermöglichen.

Stand: Mai 2003