Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Wer darf in einem KFZ-Betrieb Arbeiten an Airbag- und Gurtstraffereinheiten durchführen? Welcher Behörde müssen diese Arbeiten gemeldet werden?

KomNet Dialog 17233

Stand: 25.10.2012

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sprengstoffe, Pyrotechnik > Sicherer Umgang mit Sprengstoffen

Dialog
Favorit

Frage:

In einem Kfz-Betrieb sollen Arbeiten an Airbag-und Gurtstraffereinheiten vorgenommen werden. Die entsprechenden Mitarbeiter haben eine Schulung bzw. einen Fachkundennachweis (P1) erworben. Könnten nur diese Mitarbeiter die Arbeiten vornehmen oder könnten unter Aufsicht dieser Mitarbeiter auch Mitarbeiter ohne Nachweis diese Arbeiten vornehmen? Bei welcher Behörde muss dies gemäß § 14 SprengG angemeldet werden: Bei der Behörde des Hauptsitzes oder an dem Ort der Filiale, an dem der Mitarbeiter tätig ist?

Antwort:

Bei Arbeiten an Airbag- und Gurtstraffereinheiten handelt es sich nicht um den "Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen" im Sinne von § 3 Sprengstoffgesetz - SprengG, wenn lediglich der Verbindungsstecker vom Fahrzeug abgezogen wird und die Airbag- und Gurtstraffereinheiten ansonsten am Einbauort verbleiben.

Ferner gilt für eingebaute Airbag- und Gurtstraffereinheiten auch nicht die Sprengstofflager-Richtlinie "Lagerung von Airbag- und Gurtstraffer-Einheiten (SprengLR 240)".

Allgemein gilt: Airbag- und Gurtstraffereinheiten, die in größeren Bauteilen von Kraftfahrzeugen, z. B. Armaturenbrettern, Lenksäulen, Türen oder Sitzen eingebaut sind, fallen nicht unter die Vorschriften des Sprengstoffgesetzes.

Der Ein- und Ausbau sowie z. B. die Aufbewahrung einer Fahrzeugtürinnenverkleidung mit eingebauter Airbageinheit kann von Personen ohne sprengstoffrechtliche Fachkunde durchgeführt werden und ist nicht anzeigepflichtig im Sinne des SprengG. Demzufolge können diese Arbeiten auch unter der Aufsicht oder nach Einweisung von Beschäftigten mit entsprechendem Fachkundenachweis durchgeführt werden.