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KomNet-Wissensdatenbank

In welcher Sprache müssen schriftliche Sicherheits- und Warnhinweise verfasst werden?

KomNet Dialog 17068

Stand: 24.09.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
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Frage:

Gibt es Vorschriften in denen festgelegt ist, dass schriftliche Sicherheits- oder Warnhinweise - wie z. B. "Zutritt für unbefugte Personen verboten" - in deutscher Sprache verfasst werden müssen? Hintergrund: Wir haben Arbeitsbereiche bei denen notwendige Sicherheitshinweise auf Grund des hohen Anteils an ausländischen Mitarbeitern in englischer Sprache verfasst worden sind. Genügt nun eine englische Version oder müssen zusätzlich die Sicherheitshinweise in deutscher Sprache verfasst werden?

Antwort:

Die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz wird durch die Unfallverhütungsvorschrift GUV-V A 8 geregelt. Die Kennzeichnungen sind so gestaltet, dass sowohl die geometrischen Formen als auch die Farben grundsätzliche Bedeutungen haben (siehe Anhang 1 und 2 der GUV-V A 8). Sinn und Zweck ist es, dass die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung auch ohne schriftliche Zusatzangaben verständlich sind. Die einzelnen Sicherheitszeichen (Verbotszeichen, Warnzeichen, Gebotszeichen, Rettungszeichen, Brandschutzzeichen) sind in der Anlage 2 der UVV aufgelistet. Das in Ihrer Frage angesprochene "Zutritt für Unbefugte verboten" wird beispielsweise durch das Verbotszeichen P06 symbolisiert.

Ein zusätzlicher Hinweis in einer (deutschen, englischen oder anderen) Sprache ist grundsätzlich nicht notwendig, sofern es in der Unfallverhütungsvorschrift nicht gefordert ist. Allerdings müssen beim Einsatz der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.

Das Arbeitsschutzgesetz schreibt im § 12 die Pflicht zur Unterweisung der Arbeitnehmer vor:
"Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen zu unterweisen. Die Unterweisung umfaßt Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muß bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Die Unterweisung muß an die Gefährdungsentwicklung angepaßt sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden."

Diese Unterweisungspflicht wird durch die GUV-V A 8 bzgl. der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung präzisiert. Demnach sind die Beschäftigten vor der Arbeitsaufnahme und danach mindestens einmal jährlich über die Bedeutung der eingesetzten Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung sowie über die Verpflichtung zur Beachtung derselben zu unterweisen (§ 5 GUV-V A 8).