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KomNet-Wissensdatenbank

Kann ich Pflegezeit nach dem neuen Pflegezeitgesetz beantragen, obwohl keine Pflegestufe besteht?

KomNet Dialog 17034

Stand: 10.02.2014

Kategorie: Berufsrückkehr / Wiedereinstieg > Familie und Beruf > Betreuung und Pflege von Angehörigen

Dialog
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Frage:

Kann ich das neue Pflegezeitgesetz nutzen, um mehr Zeit zur Unterstützung meiner Mutter zu haben? Ich arbeite als Sekretärin und wohne 20 km entfent von meiner 85-jährigen Mutter. Diese kann den Alltag - sie wohnt alleine in einem Einfamilienhaus- seit einiger Zeit deutlich schlechter bewältigen als früher. erst konnte sie den Garten nicht mehr in gewohnter Art pflegen, dann benötigte sie nach und nach Unterstützung beim Einkaufen, Wäschewaschen, Behörden-Angelegenheiten, Renovierungsarbeiten am haus usw. Eine Pflegestufe hat sie jedoch nicht.

Antwort:

Sie können die max. sechsmonatige Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz (PflegeZG), das seit 1.1.2012 gültig ist, nicht nutzen. Das Gesetz sieht erst dann eine rechtliche Möglichkeit einer Pflegezeit vor, wenn eine sogenannte Pflegestufe vorliegt. Hiermit ist eine Beurteilung der Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst gemeint, welche in Auftrag der jeweiligen Krankenkasse erfolgt.

Allerdings existiert die Möglichkeit freiwilliger Vereinbarungen. Häufig sind ArbeitgeberInnen verständnisvoll, wenn ArbeitnehmerInnen signalisieren, dass sie aufgrund familiärer Erfordernisse eine Arbeitszeitflexibilisierung benötigen. Sie können durch ein Entgegenkommen ihre eingearbeiteten Fachkräfte langzeitig ans Unternehmen binden.
Hilfreich wäre es in jedem Falle, schon jetzt eine Pflegeberatung in Anspruch zu nehmen. Hierzu finden Sie in Ihrem Kreis entweder sogenannte Pflegestützpunkte oder Beratungsstellen bei Kreis- oder Stadtverwaltungen bzw. Wohlfahrtsverbänden oder Krankenkassen.

Weitere Informationen werden in der Broschüre des BMG angeboten: Ratgeber zur Pflege – Alles, was Sie zur Pflege wissen müssen (Juli 2011)


Hinweise:
Information: Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.

Beratung: Kostenlose Beratung zur beruflichen Entwicklung bietet ein Förderprogramm des  Landes Nordrhein-Westfalen.Die nächstgelegene professionelle Beratungsstelle ist hier zu finden Weiterbildungsberatung

Förderung: Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, einen Zuschuss  für ihre berufliche Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.