Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Gilt das Beschäftigungsverbot des § 8 MuSchG auch für schwangere Schauspielerinnen?

KomNet Dialog 16812

Stand: 10.08.2012

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

Dialog
Favorit

Frage:

Meine Frau ist schwanger und darüber sind wir beide sehr froh. Sie ist als Schauspielerin bei einem Tourneetheater beschäftigt, das Kriminaltheaterstücke in Verbindung mit Mehrgangmenüs an verschiedenen Orten anbietet. Die Vorstellungen dauern stets von 19:00 bis 23:00 Uhr. Meine Frage ist nun: Besteht ab dem 5. Schwangerschaftsmonat automatisch ein Beschäftigungsverbot für meine Frau und bekommt der Arbeitgeber dadurch das Arbeitsentgelt nach U2-Umlage ersetzt? Nach Paragraf 8 des Mutterschutzgesetzes besteht das Arbeitsverbot ja erst ab 20 Uhr.

Antwort:

Das Mutterschutzgesetz gilt ab sofort nach der Bekanntgabe der Schwangerschaft. Der Arbeitgeber muss sofort eine Gefährdungsbeurteilung (Mutterschutzarbeitsverordnung)erstellen, um die notwendigen Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

Gemäß § 8 Abs.1 MuSchG dürfen werdende und stillende Mütter dürfen nicht in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Von diesem generellen Beschäftigungsverbot gibt es Ausnahmen. So dürfen nach § 8 Abs.3  werdende Mütter in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft und stillende Mütter, die als Künstlerinnen bei Theatervorstellungen beschäftigt sind, bis 23 Uhr tätig werden.

Bei diesem Beschäftigungsverbot handelt es sich um ein generelles Beschäftigungsverbot, welches der Arbeitgeber von sich aus einhalten muss. 

Bei Beschäftigungsverboten jeglicher Art erhält die Schwangere weiterhin ungekürztes Arbeitsentgeld auf der Grundlage des § 11 Mutterschutzgesetz. Dieses gewährte Arbeitsentgeld erhält der Arbeitgeber wiederum auf der Grundlage des sogenannten U2–Verfahrens von der gesetzlichen Krankenkasse auf Antrag erstattet.

Umfangreiche Informationen zum Thema  Mutterschutz erhalten Sie über die Seiten des Arbeitsschutzportals NRW
http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/index.php