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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen zu Aus- und Fortbildung unserer Atemschutzgeräteträger zu Übungszwecken selbst hergestellten Übungsfilter verwendet werden?

KomNet Dialog 16797

Stand: 09.08.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.14.7)

Dialog
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Frage:

1. Übungsfilter in der Atemschutzausbildung Zur Aus- und Fortbildung unserer Atemschutzgeräteträger wird zu Übungszwecken, als Ersatz zu den üblichen Kombinationsfiltern vom Typ ABEK2HgP3, aus Kostengründen ein Übungsfilter verwendet, der das Gewicht und den Einatemwiderstand des Kombinationsfilters simulieren soll. Das Gehäuse-Ober- und Unterteil ist von einem gewerblichen Anbieter. Zur Herstellung des Übungsfilters wurde der eigentliche Papierfiltereinsatz entfernt und als Simulator-Einsatz eine Messingplatte mit einer Bohrung selbst hergestellt. Eine normgerechte (EN13274-3, Verfahren 1) Bestimmung des Einatemwiderstands ist hausintern nicht möglich. Es konnten nicht normgerechte dynamische Vergleichmessungen zwischen genormten Kombinationsfilter und Übungsfilter durchgeführt werden, die keinen erhöhten Einatemwiderstand vermuten lassen. Jetzt wollen Lehrgangsteilnehmer in der Aus- und Fortbildung einen erhöhten Einatemwiderstand beim Übungsfilter festgestellt haben. Nach dem Produktsicherheitsgesetz darf ein Produkt, nur auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn es bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet. Bei der Beurteilung, ob ein Produkt diesen Anforderungen entspricht, können Normen und andere technische Spezifikationen zugrunde gelegt werden. Kann unter den beschrieben Voraussetzungen der Übungsfilter sicher genutzt werden?

Antwort:

Für die Aus- und Fortbildung selbst hergestellte Übungsfilter werden nicht von den Regeln erfasst, die für das Bereitstellen auf dem Markt gelten, wie z. B. die Richtlinie 89/686/EWG und die 8. ProdSV.

Dem Arbeitgeber steht es frei, selbst hergestellte Übungsfilter zu verwenden.
Hierbei steht er nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in der Pflicht sicherzustellen, dass bei der Benutzung Beschäftigte nicht gefährdet werden.

Ist der Arbeitgeber selbst hierzu nicht in der Lage, so kann er externe Stellen mit einer Prüfung beauftragen. Verantwortlich bleibt er aber weiterhin.