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KomNet-Wissensdatenbank

Sind bei Tankvorgängen mit Benzinkanistern aus Stahl Schutzmaßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen erforderlich?

KomNet Dialog 16796

Stand: 09.08.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.2.2)

Dialog
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Frage:

1. Gefahren durch elektrostatische Aufladung Zum Betanken von Fahrzeugen, Kleinbooten und Geräten (z. B. Tragkraftspritzen) mit Benzin (Vergaser- bzw. Ottokraftstoff) werden nach BAM bzw. mit UN-Nr. zugelassene 20 l Transportkanister aus Stahl mit einem aufgesetzten Auslaufstutzen aus Metall verwendet. Die Kleinboote werden grundsätzlich an ihrem Liegeplatz im Wasser betankt. In den Sicherheitsdatenblättern für Ottokraftstoff ist beschrieben, dass bei Produktaustritt eine elektrostatische Aufladung entstehen kann und elektrostatische Aufladungen zu vermeiden sind. Sind zusätzliche Maßnahmen zur sicheren Kanisterbetankung bei den o. g. Tätigkeiten erforderlich (z. B. elektrische leitende Verbindungen, Erdungsklemmen) ? Bei welchen Rahmenbedingungen wären keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen erforderlich?

Antwort:

Ja!
Entsprechend der Anforderungen aus der Nr. 4.5 der Technische Regel für Betriebssicherheit- TRBS 2153 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladung" müssen während des Befüllens und Entleeren des Kanisters alle leitfähigen Teile elektrisch verbunden und geerdet sein. Vergleiche auch hierzu das Beispiel Nr. 5 aus der TRBS 2153.

Nach Nr. 3.8 des Anhangs 4 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) muss die Explosionssicherheit durch eine befähigte Person geprüft werden, die über besondere Kenntnisse auf dem Gebiet des Explosionsschutzes verfügt (Sachverständiger auf dem Gebiet des Explosionsschutzes). Mit dieser Person sollten dem Einzelfall entsprechende Lösungen betrachtet werden, wenn von dem allgemeinen technischen Regelwerk abgewichen werden soll.