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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen in einem Krankenhaus Blutröhrchen und Blutkonserven offen transportiert werden?

KomNet Dialog 16529

Stand: 03.07.2012

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)

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Frage:

In einem Krankenhaus ist es üblich, Blutröhrchen nach der Abnahme (Venenpunktion) vom Patientenzimmer in einer Nierenschale oder in einem offenen Metallständer zum Labor (anderer Gebäudeteil bzw. Nachbargebäude) zu transportieren. Auch Blutkonserven werden ohne weitere Verpackung transportiert. Ist dieses so für den innerbetrieblichen Transport zulässig oder sollte wie beim Postversand ein bruchsicheres Sekundärgefäß verwendet werden (verschließbar, erfüllt die Anforderungen an die Hygiene)?

Antwort:

Die rechtliche Regelung zum innerbetrieblichen Bluttransport findet sich in der TRBA 100, 5.3 "Schutzstufe 2", Abs. 16 www.baua.de/trba .

"Der innerbetriebliche Transport von biologischen Arbeitsstoffen oder Material, welches biologische Arbeitsstoffe enthält muss in geschlossenen, formstabilen, bruchsicheren, flüssigkeitsdichten und von außen desinfizierbaren Gefäßen erfolgen, die dauerhaft beschriftbar bzw. etikettierbar sind. Sie dürfen sich durch äußere Einwirkungen nicht versehentlich öffnen lassen.

Schutz- und Sammelcontainer für Probengefäße sind mit dem Symbol für Biogefährdung gemäß Anhang 1 BioStoffV zu kennzeichnen. Sie müssen so beschaffen sein, dass sie unter normalen Transportbedingungen nicht zerstört werden können. Kontaminationen der Schutzgefäße und der Anforderungsscheine sind zu vermeiden."

Demnach müssten die Nierenschalen, die Metallständer oder sonstige Transportbehältnisse mit dem Symbol für Biogefährdung gekennzeichnet sein. Die ersten Anforderung treffen auf die Monovetten in aller Regel zu.


Ziel der TRBA 100 ist die Vermeidung von Infektionen, z. B. durch Kontakt mit infektionsträchtigen Materialien.

Es ist zulässig, von einer Technischen Regel abzuweichen, wenn die Gefahr auf eine andere Weise abgewendet werden kann oder nicht besteht. Voraussetzung ist die Dokumentation in einer Gefährdungsbeurteilung. Die Möglichkeit, diesen Weg zu gehen, empfehlen wir Ihnen zu prüfen.

Die Analyse der Gefährdungen ergibt u. E.:
Die Blutabnahmeröhrchen werden nur in Ausnahmefällen manuell verschlossen, sodass von diesen Ausnahmefällen abgesehen, keine Gefahr besteht, dass Blut ausläuft, denn sie verschließen sich nach der Blutpunktion von selbst. Wenn sie verschmiert sind, so besteht die Möglichkeit, sie in die Mitte des Ständers zu positionieren, sodass kein ungewollter Berührungskontakt entsteht. Diese Überlegungen gelten nur, wenn die Röhrchen – wie es unsere Erfahrung ist – nie von oben mit Blut beschmiert sind.

Beim Benutzen einer Nierenschale ist es möglich, die Röhrchen so zu legen, dass kein unbewusster Kontakt entsteht. Das kann aber nicht immer garantiert werden, da manches Mal ein Tuch auf die Röhrchen gelegt werden müsste und dann das Blut – und somit die Gefährdung nicht zu sehen ist. Daher halten wir den Transport von Blutröhrchen/ eines Blutbeutels in einer Nierenschale zwar für absolut üblich, doch nicht ausreichend sicher. Hier ist u. E. eher ein Gefäß mit einem Deckel empfehlenswert. Auf diesem Gefäß lässt sich u. E. mühelos das Symbol für Biogefährdung anbringen. Das Gefäß muss "unter normalen Transportbedingungen" bruchsicher sein. Es muss also nicht so bruchsicher sein, wie das für den Posttransport – kann aber nicht schaden.

Zusammenfassend: wenn keine Gefährdung durch Ihre bisherigen Transportvorgänge ausgehen kann (Dokumentiert in der Gefährdungsbeurteilung!), können Sie es so belassen. Wenn aber die Gefahr besteht, dass man doch unabsichtlichen Kontakt mit dem Blut bekommt, so muss ein Transportbehälter gewählt werden, der den oben zitierten Vorschriften entspricht (d. h. unter normalen Transportbedingungen – incl. Stolpern und Hinfallen des Transportierenden bzw. rausfallen aus dem Wagen – bruchsicher + beschriftet). Weitere Vorschriftentexte zu diesem Thema sind uns derzeit nicht präsent.