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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Führer von flurbedienten Kranen eine schriftliche Beauftragung haben?

KomNet Dialog 16463

Stand: 22.06.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
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Frage:

Ein Kunde verlangt von uns, dass alle Führer von flurbedienten Kranen gem. BGV D6 (§29) eine schriftliche Beauftragung haben müssen. Das will ich ablehnen, weil die BG-Vorschrift das nur für ortsveränderliche kraftbetriebene Krane vorschreibt und für normale flurbediente Krane somit eine mündliche Beauftragung ausreicht. Liege ich damit richtig? Nun sagt meine Kollegin, dass aber flurbediente Krane ja kraftbetrieben sind und somit die schriftliche Beauftragung doch sein müsse. Nach meiner trifft das so für flurbediente Krane nicht zu.

Antwort:

Die in Bezug genommene Vorschrift der BGV D 6  "Krane" fordert, dass bei ortsveränderlichen kraftbetriebenen Kranen  eine schriftliche Beauftragung des Kranführers erfolgen muss (§ 29 BGV D 6 i.V.m. Durchführungsanweisung zur BGV D 6  und BG-Information "Sicherheitslehrbrief für Kranführer" - BGI 555 Ziffer 2 und Bild 2-2: Muster einer schriftlichen Beauftragung) .

Krane gelten als ortsveränderlich im Sinne der BGV D 6, wenn sie an wechselnden Standorten eingesetzt werden können (BGV D6 § 2 Abs. 7 Nr.1). Typische ortsveränderliche Krane sind z.B. Baustellenkrane.

Ein flurbedienter Kran, wie z.B. ein Brückenkran, fällt nicht unter die Definition eines ortsveränderlichen Kranes.

Hinweis: Neben den berufsgenossenschaftlichen Anforderungen sind auch die für Arbeitsmittel geltenden Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung wie § 9 "Unterrichtung und Unterweisung"  und Ziffer 2.5 des Anhangs 2 zur BetrSichV  .

Eine schriftliche Beauftragung wird auch dort  explizit nicht gefordert, es steht aber auch nichts entgegen, eine schriftliche Beauftragung aus Gründen der Rechtssicherheit vorzunehmen.