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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Führer von flurbedienten Kranen eine schriftliche Beauftragung haben?

KomNet Dialog 16463

Stand: 18.12.2017

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
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Frage:

Ein Kunde verlangt von uns, dass alle Führer von flurbedienten Kranen gem. BGV D6 (§ 29) eine schriftliche Beauftragung haben müssen. Das will ich ablehnen, weil die BG-Vorschrift das nur für ortsveränderliche kraftbetriebene Krane vorschreibt und für normale flurbediente Krane somit eine mündliche Beauftragung ausreicht. Liege ich damit richtig? Nun sagt meine Kollegin, dass aber flurbediente Krane ja kraftbetrieben sind und somit die schriftliche Beauftragung doch sein müsse. Nach meiner trifft das so für flurbediente Krane nicht zu.

Antwort:

Die in Bezug genommene Vorschrift  BGV D6 wurde inzwischen umbenannt: DGUV Vorschrift 52 - Krane.

Die DGUV Vorschrift 52 fordert, dass bei ortsveränderlichen kraftbetriebenen Kranen  eine schriftliche Beauftragung des Kranführers erfolgen muss (§ 29 der DGUV Vorschrift 52 und der entsprechenden Durchführungsanweisung.  Siehe auch DGUV Information 209-012 Kranführer, Ziffer 2 und Bild 2-2: Muster einer schriftlichen Beauftragung (bisher: BGI 555 - "Sicherheitslehrbrief für Kranführer") .

Krane gelten als ortsveränderlich im Sinne der DGUV Vorschrift 52, wenn sie an wechselnden Standorten eingesetzt werden können (DGUV Vorschrift 52 § 2 Abs. 7 Nr.1). Typische ortsveränderliche Krane sind z.B. Baustellenkrane.

Ein flurbedienter Kran, wie z.B. ein Brückenkran, fällt nicht unter die Definition eines ortsveränderlichen Kranes.

Hinweis: Neben den berufsgenossenschaftlichen Anforderungen sind auch die für Arbeitsmittel geltenden Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung, wie z.B.  § 12 - Unterweisung und besondere Beauftragung von Beschäftigten und Anhang 1 Ziffer 2.
Eine schriftliche Beauftragung wird auch dort explizit nicht gefordert, es steht aber auch nichts entgegen, eine schriftliche Beauftragung aus Gründen der Rechtssicherheit vorzunehmen.