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Welche Voraussetzungen muss ein Modellbaugeschäft erfüllen, um Nitromethan zu verkaufen?

KomNet Dialog 16400

Stand: 14.06.2012

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen

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Frage:

Wir sind ein Modellbaugeschäft in NRW und planen den Verkauf von Nitromethan (Treibstoff für RC-Autos) Welche Voraussetzungen müssen hier erfüllt sein? Lagerung, Mengen, Giftschein usw. und wo kann dies dann abgenommen werden ?

Antwort:

Gemäß CLP-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) Tabelle 3.1 "Liste der harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe" ist Nitromethan (CAS-Nummer 75-52-5) als Entzündbare Flüssigkeit der Kategorie 3 und als akut toxisch der Kategorie 4 (Oral) eingestuft und mit
-GHS02
-GHS07
-dem Signalwort "Warnung" sowie
-H226 (Flüssigkeit und Dampf entzündbar) und
-H302 (Gesundheitsschädlich beim Verschlucken)
zu kennzeichnen. Ein Beispiel für ein diesbezügliches Sicherheitsdatenblatt kann unter http://assets.chemportals.merck.de/documents/sds/emd/deu/de/8208/820894.pdf abgerufen werden.

Es stellt sich nun die Frage, ob Nithromethan als solches oder ggf. in einem Gemisch eingekauft wird, da hieraus unterschiedliche Eigenschaften resultieren können und dies wiederum Einfluss auf die resultierenden Verpflichtungen haben kann. In der Regel sollte der eingekaufte Stoff bzw. das eingekaufte Gemisch jedoch gefährliche Eigenschaften nach Artikel 31 der REACH-Verordnung (Verordnung EG 1907/2006) aufweisen so dass ein Sicherheitsdatenblatt erforderlich ist, aus dem diese Informationen dann konkret hervorgehen (siehe hierzu auch Beispiel-Sicherheitsdatenblatt).

In Abhängigkeit der konkreten Eigenschaften ihres Stoffes/Gemisches sind dann die Bestimmungen der Gefahrstoff-Verordnung (GefStoffV), u. a. hinsichtlich des Brand- und Explosionsschutzes zu beachten. Diese Regelungen können beispielsweise bezüglich der Lagerung von leicht entzündlichen Flüssigkeiten durch Umsetzung der Lagerbedingungen in der Technischen Regel für brennbare Flüssigkeiten –TRbF 20 "Läger" umgesetzt werden.

Für den Verkauf und die erforderliche Sachkunde der Mitarbeiter ist zu prüfen, ob die Anforderungen aus den §§ 3 und 5 der Chemikalien-Verbots-Verordnung einzuhalten sind. Bezüglich der in NRW zu erfüllenden Rahmenbedingungen für das Inverkehrbringen im Einzelhandel sollte eine entsprechende Fragestellung direkt an die zuständige Kreisordnungsbehörde gerichtet werden.