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Was ist beim Betreiben einer handgeführten Oberfräse des Baujahres 1962 zu beachten?

KomNet Dialog 16370

Stand: 08.06.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

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Frage:

Was ist beim betreiben einer handgeführten Oberfräse (Baujahr 1962) zu beachten. Die Maschine befindet sich im Originalzustand und wird bestimmungsgemäß zum Abfräsen von Aluminiumspeisern benutzt. Die Mitarbeiter schützen sich mit Kopfschutz und Lederschürze.

Antwort:

Die handgeführte Oberfräse ist ein Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV.
Mögliche Gefährdungen und nötige Schutzmaßnahmen beim Umgang mit einem Arbeitsmittel müssen generell vom Arbeitgeber auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Dabei soll er sich von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und vom Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.
Mindestvorschriften für Arbeitsmittel sind in den Anhängen 1 und 2 der BetrSichV genannt.

Die BetrSichV fordert bezüglich Prüfungen von Arbeitsmitteln, dass Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen ebenfalls auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln sind. Ferner hat der Arbeitgeber die notwendigen Voraussetzungen zu ermitteln und festzulegen, welche die Personen erfüllen müssen, die von ihm mit der Prüfung oder Erprobung von Arbeitsmitteln zu beauftragen sind. (§ 3 Abs. 3 BetrSichV).

Unterliegen Arbeitsmittel Schäden verursachenden Einflüssen, die zu gefährlichen Situationen führen können, hat der Arbeitgeber die Arbeitsmittel entsprechend den nach § 3 Abs. 3 ermittelten Fristen durch hierzu befähigte Personen überprüfen und erforderlichenfalls erproben zu lassen. (§ 10 Abs. 2 BetrSichV)

Näheres ist den technischen Regeln für Betriebssicherheit zu entnehmen.

Auf folgende Regelwerke weisen wir hin http://publikationen.dguv.de :

- BGI 543 Schleifer

- BGR 189 Benutzung von Schutzkleidung

- BGR 192 Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz

- BGR 193 Benutzung von Kopfschutz

- BGR 194 Benutzung von Gehörschutz

- BGR 195 Benutzung von Schutzhandschuhen

Hinweise:
1.  Organisatorischen und technischen Maßnahmen wie z. B. Absaugungen ist stets Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung zu geben.

2. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich beim Schleifen von Aluminium ein explosionsfähiges Staub-Luft-Gemisch bilden. Ob dies unter den in Ihrem Betrieb vorliegenden Verhältnissen auch zu unterstellen ist, können wir von hier nicht sagen, da nicht bekannt ist, welches Schleifverfahren angewandt wird (trocken/nass) und welche Korngrößen ggf. beim Trockenschleifen anfallen. Als Informationsquelle verweisen wir auf die Regel - BGR 109 "Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium" .
Als Ansprechpartner für technische Beratung für den Explosionsschutz sind z. B. die Technischen Überwachungsvereine (TÜV´e) zu nennen, die auch gleichzeitig als zugelassene Überwachungsstelle im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung fungieren. Weitere zugelassene Überwachungsstellen (z. B. Dekra - Exam, GTÜ und Germanischer Lloyd) finden Sie auf der Homepage der BAuA --> zugelassene Überwachungsstellen.
Hilfreich ist auch die GESTIS-STAUB-EX Datenbank für Brenn- und Explosionskenngrößen von Stäuben.