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KomNet-Wissensdatenbank

Können Abriebstäube DACROMET-beschichteter Produkte zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen?

KomNet Dialog 1637

Stand: 22.03.2013

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube

Dialog
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Frage:

Bei der Weiterverarbeitung von beschichteten Produkten (DACROMET-Verfahren) entstehen Stäube. Frage: Liegen Erkenntnisse darüber vor, ob Abriebstäube DACROMET-beschichteter Produkte zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können, bzw. ob spezielle Schutzmaßnahmen zu treffen sind?

Antwort:

Im DACROMET Verfahren werden Oberflächen mit metallischem Zink, Aluminium und Chromoxiden veredelt. Da uns die genauen Inhaltsstoffe nicht bekannt sind, sollte anhand des Sicherheitsdatenblattes oder Rückfragen beim Hersteller geklärt werden, welche Stoffe z. B. beim Schleifen dieser Oberflächen entstehen. Grundsätzlich gilt für alle Stäube, dass mindestens der allgemeine Staubgrenzwert am Arbeitsplatz eingehalten werden muss und zusätzlich aber auch die speziellen Grenzwerte der einzelnen Stoffe zu beachten sind. Insbesondere bei den Chromverbindungen hängt dieses von der Oxidationsstufe ab. Problematisch sind die Stäube mit Chrom VI-Verbindungen, da diese als giftig, krebserzeugend, Kategorie 2 eingestuft sind und bei Hautkontakt sensibilisierend wirken können. Beim Umgang mit diesen Chrom VI-Verbindungen sind dann auch besondere Schutzmaßnahmen erforderlich.

Der allgemeine Staubgrenzwert wird als Schichtmittelwert festgelegt und ist anzuwenden für schwerlösliche bzw. unlösliche Stäube, oder für Mischstäube. Er darf nicht angewendet werden auf Stäube, bei denen erbgutverändernde, krebserzeugende, fibrogene, toxische oder allergisierende Wirkungen zu erwarten sind. Beim allgemeinen Staubgrenzwert wird der Staub in 2 Fraktionen getremmt: die einatembare Fraktion und die alveolengängige Fraktion. Für die beiden Fraktionen sind die nachfolgenden Grenzwerte in der TRGS 900 "Arbeitsplatzgrenzwerte" festgelegt.

Grenzwert für die einatembare Fraktion: 10 mg/m³,
Grenzwert für die alveolengängige Fraktion: 3 mg/m³.

Gemäß § 6 "Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung" der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sind auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung die mit der Weiterverarbeitung verbundenen Gefahren zu ermitteln und zu beurteilen. Gemäß Fragestellung wird die Luft an den Arbeitsplätzen durch DACROMET-Stäube belastet. Wenn der § 10 "Besondere Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden und fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen" zutrifft, sind die Exposition der Beschäftigten durch Arbeitsplatzmessungen oder durch andere geeignete Ermittlungsmethoden zu bestimmen, auch um erhöhte Expositionen infolge eines unvorhersehbaren Ereignisses oder eines Unfalls schnell erkennen zu können.

Im übrigen sind metallische Stäube von Zink und Aluminium aus Sicht des Brand- und Explosionsschutzes von Bedeutung, da entsprechend fein verteilte Stäube leichtentzündlich sind und bei Kontakt mit Wasser es zu einer Wasserstoffbildung kommen kann.

Da es sich bei dem DACROMET-Verfahren um ein eingetragenes Warenzeichen handelt, wird empfohlen, den Anlagen-Hersteller zu kontaktieren.