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KomNet-Wissensdatenbank

Muss die sicherheitstechnische Bewertung für Druckbehälter / Rohrleitungen mit jeder wiederkehrenden Prüfung wiederholt werden?

KomNet Dialog 1636

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Prüfung von Druckbehältern und Zubehör

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Frage:

Die Betriebssicherheitsverordnung schreibt eine sicherheitstechnische Bewertung und daraus abgeleitet eine abstimmungspflichtige Prüffrist vor. Diese sicherheitstechnische Bewertung hat vor der Inbetriebnahme eines Druckbehälters/Rohrleitung zu erfolgen und muss innerhalb von 1/2 Jahr der Behörde mitgeteilt werden. Eine Prüforganisation vertritt die Ansicht, daß diese sicherheitstechnische Bewertung mit Prüffristfestlegung und Mitteilung an die Behörde mit jeder wiederkehrenden Prüfung zu wiederholen ist. Ist das richtig?? Aus dem Text der BetrSichV kann ich dies nicht ableiten! Aus meiner Sicht ist die Prüffrist gegebenenfalls zu korrigieren, wenn das Schadensbild dies erfordert.

Antwort:

Bei der sicherheitstechnischen Bewertung sind mehrere Erkenntnisquellen heranzuziehen, nämlich - Informationen des Herstellers, Bedienungsanleitungen, ... - das technische Regelwerk, - weitere Veröffentlichungen, z.B. in Fachzeitschriften, und - eigene Erfahrungen mit dem Gerät. Daneben sind die spezifischen Aspekte des Aufstellungsortes (Abstände zu Gebäuden, Brandlasten, Anfahrschutz, Durchlüftung des Aufstellbereiches, elektrische Einrichtungen bei brennbaren Gasen,...) zu berücksichtigen. Bei einer wiederkehrenden Prüfung braucht natürlich nicht der gesamte Aufwand nochmals zu erfolgen; es ist aber sicherlich erforderlich zu prüfen, ob bei den o.a. Aspekten Änderungen eingetreten sind. So können sich die Technischen Regeln geändert haben oder in der Nähe des Aufstellplatzes haben sich Änderungen ergeben. Dann sind die eingetretenen Änderungen zu bewerten mit der Folge, dass im Einzelfall eine Nachrüstung erforderlich werden kann. Als Minimum ist deshalb bei einem Druckbehälter in Bezug auf den Stand der Technik die Frage zu prüfen, ob in der maßgeblichen TRB 610 seit der letzten Prüfung Änderungen eingetreten sind. Der prüfende Sachverständige bzw. die prüfende zugelassene Überwachungsstelle oder die Aufsichtsbehörde werden zu diesem Fragenkomplex vom Betreiber eine schriftliche Aussage erwarten können. Abgesehen von den Aufstellbedingungen kann der Betreiber in Bezug auf eingetretene Änderungen bei gesetzlichen Anforderungen oder in Bezug auf sonstige Erkenntnisse natürlich den Hersteller bzw. seinen Lieferanten um eine Aussage bitten und diese den Unterlagen beiheften. Nur im Ausnahmefall wird dies auch zu einer neuen Prüffrist führen.