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Gibt es Ursachenzusammenhänge zwischen der Einwirkung von nichtchlorierten Organophosphaten und der Entstehung von Non-Hodgkin-Lymphomen?

KomNet Dialog 1620

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht

Dialog
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Frage:

Sind Ihnen begründete Ursachenzusammenhänge zwischen der Einwirkung von nichtchlorierten Organophosphaten und der Entstehung von Non-Hodgkin-Lymphomen bekannt? Mich interessiert insbesondere die Wirkung von TBEP und TEHP, die als Flammschutzmittel verwendet werden. Kennen Sie Literatur zur Fragestellung?

Antwort:

In der Frage sind unter der Bezeichnung TBEP wahrscheinlich das Organophosphat Tris(2-butoxyethyl)phosphat und unter TEHP das Organophosphat Tris(2-ethylhexyl)phosphat gemeint. Nach der uns bekannten wissenschaftlichen Literatur gibt es für beide Stoffe keinen Anhaltspunkt für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Exposition und der Entstehung von Non-Hodgkin-Lymphomen beim Menschen. Diese Stoffgruppe ist eigentlich in ihren Wirkungen sehr gut erforscht und es ist derzeit keine ernstzunehmende Forschungsgruppe bekannt, die an diesem Thema arbeitet. Für TBEP gibt es beim Menschen und auch aufgrund von Tierversuchen keine Kenntnisse zur Langzeittoxizität und Kanzerogenität. In der Literatur wird über die Ergebnisse von Tierversuchen mit TEHP berichtet, bei denen sich der Verdacht auf ein vermehrtes Vorkommen des hepatozellulären Karzinoms und des Phäochromozytoms ergab. Beide Tumorerkrankungen fallen nicht unter die Krankheitsgruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Weiterhin ist die Frage, ob diese Ergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen übertragbar sind, nicht geklärt. Gute Hinweise gesicherter Qualität bieten in solchen Fällen Datenbanken wie GESTIS der Berufsgenossenschaften unter http://www.hvbg.de/d/bia/fac/zesp/zesp.htm . Stand: 21.01.03