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KomNet-Wissensdatenbank

Erreichbarkeit von Solarkollektoren für Wartungs- und Inspektionsarbeiten

KomNet Dialog 1603

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

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Frage:

Meine Fragen betreffen die sicherheitstechnisch korrekte Lösung bzgl. der Erreichbarkeit von Solarkollektoren für Wartungs- und Inspektionsarbeiten. Die konkrete Problemstellung sieht folgendermaßen aus: Satteldach mit 45° Neigung Traufhöhe ca. 370 m, thermische Solaranlage auf der Südseite, Dachschrägenfenster auf der Nordseite, Eindeckung mit Betondachsteinen. Einige Sicherheitsdachhaken sind angebracht worden, sonstige Einrichtungen sind nicht vorhanden. Welche Rechtsgrundlagen gelten hierfür? Als Bauherr und Auftraggeber des Wartungsvertrags für die Solaranlage hafte ich letztendlich für die Arbeitsbedingungen der Monteure. Die BGV C22 Bauarbeiten gilt u.a. auch für Wartungs- und Inspektionsarbeiten am Bauwerk und macht Vorgaben für die Beschaffenheit von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen. Allerdings scheint mir die BGV C22 für den vorliegenden Fall nicht hinreichend konkret zu sein. Danach fordert § 8 Abs. 1 für den Wartungsarbeitsplatz Maßnahmen gegen Absturz, was theoretisch durch Anbringen von Sicherheitsdachhaken und die Verwendung von persönlichen Absturzsicherungen während der Arbeiten erfüllt sein könnte. Kann natürlich auch heißen: Schaffung einer ebenen Standfläche. Für den Verkehrsweg auf dem Dach Dachschrägenfenster - Solaranlage passt am besten § 11 Abs. 6, der allerdings - aus welchen Gründen auch immer - auf Schornsteinfegerarbeiten beschränkt wurde.

Antwort:

Die Landesbauordnung NRW fordert, dass für die vom Dach aus vorzunehmenden Arbeiten sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen sind (§ 35 Abs. 9), die allerdings nicht weiter definiert werden. Die von Ihnen angeführte BGV C 22 ist als Unfallverhütungsvorschrift für Mitgliedsbetriebe bindend, nicht jedoch für Sie als Bauherrn. Als technische Erkenntnisquelle zum Stand der Technik ist sie jedoch von Interesse. Ebenso ist die BG-Regel BGR 203 .Dacharbeiten. eine gute Orientierung. Unter Nr. 4.3.5 ist dort erläutert, wann Anseilschutz bei Dacharbeiten verwendet werden kann. Demnach kann Anseilschutz vorgesehen werden, wenn - geeignete Anschlageinrichtungen vorhanden sind und - kurzzeitige Dacharbeiten ausgeführt werden, bei denen der Gesamtumfang der Arbeiten nicht mehr als 2 Personentage umfasst. Geeignete Anschlageinrichtungen auf geneigten Dachflächen sind nach BGR 203 zum Beispiel Sicherheitsdachhaken nach DIN EN 517. Die oben angesprochene Forderung der Landesbauordnung ist damit erfüllt. Zweifellos sind die von Ihnen erwähnten fest installierten Verkehrswege entsprechend DIN 18160-5 eine sinnvolle Ergänzung zu den Anschlageinrichtungen. Wenn Sie Anschlageinrichtungen vorsehen, achten Sie bei der späteren Auftragsvergabe für Wartungsarbeiten darauf, dass sie nur Fachfirmen mit erfahrenen und unterwiesenen Beschäftigten beauftragen. Spez. Normen zu Solaranlagen sind hier nicht bekannt. Wenn auf Ihrer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden, müssen Sie als Bauherr gemäß Baustellenverordnung einen geeigneten Koordinator bestellen, der während Planung und Ausführung der Bauarbeiten die Arbeitsschutzmaßnahmen koordiniert. Er muss auch eine Unterlage erstellen, die Ihre Fragestellung berücksichtigt. Stand: 08.01.2003