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KomNet-Wissensdatenbank

Wie hoch bzw. niedrig darf die Luftfeuchtigkeit in Büros sein?

KomNet Dialog 1598

Stand: 02.05.2013

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Klimatische Anforderungen

Dialog
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Frage:

Ich arbeite in einem Büro, in dem aus Sicht mehrerer Kollegen/-innen die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Entsprechend wurden von diesen Kollegen/-innen eigene Messungen vorgenommen, die Werte von teilweise nur 20 % Luftfeuchtigkeit ergaben. Daraufhin wurde unser Personalrat eingeschaltet und es erfolgten Messungen von Seiten des Arbeitgebers durch die hierfür zuständige Abteilung. Dabei wurde ein Wert von 32 % ermittelt. Nun behauptet der Arbeitgeber, die Bandbreite, in der sich die Luftfeuchtigkeit bewegen dürfe, läge zwischen 30 und 60 %. Da der Wert von 32 % in dieser Bandbreite liegt, wäre kein Handlungsbedarf gegeben. Ist diese Aussage des Arbeitgebers korrekt? Von anderer Seite habe ich gehört, die Bandbreite läge zwischen 40 und 60 %. Können Sie mir hier behilflich sein?

Antwort:

Verbindliche Grenzwerte bzgl. der Luftfeuchtigkeit bestehen im Arbeitsstättenrecht nicht. Als unteren Wert der Behaglichkeit wird in der Literatur 30 % relative Luftfeuchte angegeben (z.B. DIN 13779 oder BG-Informationen BGI 650). Die empfohlenen Luftfeuchtigkeiten an Büroarbeitsplätzen werden mit 40 bis 65 % durchschnittlicher relativer Luftfeuchte angegeben (Veröffentlichung des Länderausschusses Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI), Handlungsanleitung LV14 - Bildschirmarbeit.

Für die Beurteilung der Luftfeuchte ist der Messzeitpunkt von entscheidender Bedeutung, da die gemessenen Werte jahreszeitlich erheblichen Schwankungen unterliegen. So werden im Winter in nicht klimatisierten Räumen eher niedrige Werte erreicht. Untersuchungen mit mobilen Luftbefeuchtern zeigten, dass mit deren Einsatz in kleineren, natürlich belüfteten Räumen die relative Luftfeuchte auf einen Wert von ca. 40 % erhöht werden kann. Um hygienischen Problemen vorzubeugen, ist dabei eine regelmäßige Reinigung und Wartung der Geräte erforderlich. (siehe auch Forschungebericht Fb872 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - Internet: www.baua.de).