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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen an Rolltoren Rundumleuchten angebracht werden, damit die Mitarbeiter wissen, dass ein Gabelstapler durch das Tor kommen kann?

KomNet Dialog 15744

Stand: 07.03.2012

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

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Frage:

Müssen an Rolltoren Rundumleuchten angebracht werden, damit die Mitarbeiter wissen, dass ein Gabelstapler durch das Tor kommen kann?

Antwort:

In der BGI 603 "Leitfaden für den Umgang mit Gabelstaplern" (http://publikationen.dguv.de/) wird ausgeführt:
Tore im Verkehrsweg
Sind Tore vorwiegend für den Gabelstaplerverkehr bestimmt, sollten in unmittelbarer Nähe Türen für den Fußgängerverkehr vorhanden sein. Bei Pendeltoren ist darauf zu achten, dass sie aus bruchsicherem, kratzfestem Material bestehen und durchsichtig, zumindest aber mit ausreichend bemessenen Sichtfenstern versehen sind, damit hinter den Toren befindliche Personen oder Gegenstände rechtzeitig erkannt werden können. Bewährt haben sich darüber hinaus Blinkleuchten, die auf der dahinter liegenden Seite der Tordurchfahrt selbsttätig aufleuchten, wenn sich ein Gabelstapler der Tordurchfahrt nähert.

Hinweise:
Für Verkehrswege in Arbeitsstätten sind die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV sowie die Regelungen der Übergangsweise noch anzuwendenden ASR 17/1,2 "Verkehrswege" (www.baua.de/ASR/) relevant.
Im Anhang zur ArbstättV heißt es z.B. unter Ziffer 1.8 Verkehrswege:

(4) Verkehrswege für Fahrzeuge müssen an Türen und Toren, Durchgängen, Fußgängerwegen und Treppenaustritten in ausreichendem Abstand vorbeiführen.

und unter Abschnitt 2 Ziffer 3.1 "Allgemeine Anforderungen" der ASR 17/1,2

Verkehrswege müssen als solche erkennbar sein und erforderlichenfalls von den übrigen mit ihnen in einer Ebene liegenden Flächen sichtbar abgegrenzt werden (z.B. Farbe, Bodenbeläge, Bodennägel, Markierungsleuchten, Leitplanken, Geländer, Lagergut). Das gilt auch für Gehwege, wenn sie vom Fahrverkehr getrennt werden sollen. 

sowie unter Ziffer 2.3.7
Wege für den Fahrverkehr müssen in einem Abstand von mindestens 1 m an Türen und Toren, Durchgängen, Durchfahrten und Treppenaustritten vorbeiführen.

Das bedeutet, dass vorrangig Fahr- und Fußgängerverkehr möglichst getrennt werden sollten (siehe auch o.g. BGI 603), die Verkehrswege für den Fahrverkehr in ausreichendem Abstand an den v.g Stellen vorbeizuführen sowie ausreichend zu markieren sind. 

Für die Gestaltung der betrieblichen Fluchtwege, die auch Verkehrswege sind, ist die ASR A 2.3 "Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan" heranzuziehen (www.baua.de/ASR/).

Der Arbeitgeber muss auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung und nach den vorliegenden Betriebsverhältnissen bzw. den zu verrichtenden Tätigkeiten eigenverantwortlich festlegen, unter welchen Voraussetzungen der Durchgang durch ein Tor des Fahrverkehrs für Fußgänger gefahrlos möglich ist. Hierbei soll er sich von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.