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KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es Grenzwerte zu Hausstaubmilben und Dokumentationen zu Gesundheitsheitsgefährdungen bei übermäßiger Hausstaubbildung in Verwaltungsgebäuden?

KomNet Dialog 15713

Stand: 05.03.2012

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung

Dialog
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Frage:

Eine Frage zur Belastung mit Hausstaub inVerwaltungsgebäuden, wo die Teppiche nur oberflächlich von sichtbaren Verunreinigungen gereinigt werden: gibt es relevante Grenzwerte zu Hausstaub und ggf. Milben und Dokumentationen zu Gesundheitsheitsgefährdungen bei übermäßiger Hausstaubbildung?

Antwort:

Die Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV verpflichtet den Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Arbeitsstätte den hygienischen Erfordernissen entsprechend gereinigt wird. Verunreinigungen und Ablagerungen, die zu Gefährdungen führen können, sind unverzüglich zu beseitigen (§ 4 Abs. 2 ArbStättV).
Im Anhang der ArbStättV ist unter Ziffer 1.5 zudem festgelegt, dass die Oberflächen der Fußböden, Wände und Decken so beschaffen sein müssen, dass sie den Erfordernissen des Betreibens entsprechen und leicht zu reinigen sind.

Die ArbStättV konkretisiert die v.g. Anforderungen im Hinblick auf die hygienischen Erfordernissen nicht näher.
In Ermangelung konkreter Vorschriften oder Regeln sind auf den Teppichfußboden die allgemeinen Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes - ArbSchG anzuwenden, wonach der Arbeitgeber bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes u.a. den Stand von Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen hat.

Auch ist festzuhalten, dass die Belastung durch die (Ausscheidungen der) Hausstaubmilbe zwar reduziert werden können, diese aber niemals ganz auszumerzen sind. Dieses gilt sowohl für den privaten wie für den beruflichen Bereich (siehe z.B. auch www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2011/0405/003_schmutz.jsp )
Grenzwerte für Hausstaubmilben (-auscheidungen) sind nicht bekannt, da für diese auch kein geeignetes Meßverfahren besteht.

Es ist Aufgabe des Arbeitgebers in der Gefährdungsbeurteilung unter fachkundiger Begleitung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes zu ermitteln, welche Maßnahmen erforderlich sind, damit die sich aus dem Arbeitsschutzgesetz und der Arbeitsstättenverordnung ergebenden Anforderungen erfüllt werden.
Danach sollte zur Verbesserung der Teppich täglich mit einem Staubsauger gereinigt werden, der über spezielle Feinstaubfilter verfügt. Bei nachgewiesener Hausstaubmilbenallergie sollte der Teppich halbjährlich mit akariziden (milbenabtötenden) Mitteln behandelt werden. Besser wäre es allerdings, den alten Teppich zu entfernen, den Büroraum mit einem pflegeleichten, wischbaren Bodenbelag auszustatten und täglich feucht zu reinigen.

D.h. besteht ein hinreichender Verdacht, dass im Teppichfußboden sich relevante Konzentrationen allergieauslösender Substanzen befinden, sollte in den Arbeitsschutzausschusssitzungen das Thema erörtert und gemeinsam mit dem Arbeitgeber über geeignete Maßnahmen beraten bzw. dem Arbeitgeber geeignete Maßnahmen vorgeschlagen werden.
Über Maßnahmen zur Reduzierung von Allergenbelastungen informiert z.B. auch die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. unter www.dha-allergien.de/.