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KomNet-Wissensdatenbank

Geht Gefahr von der Strahlung eines Laser-Pointers oder U-Pointers aus?

KomNet Dialog 15618

Stand: 22.02.2012

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > Laser

Dialog
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Frage:

Was ist bei der Benutzung von Beamer U-Pointer zu beachten? Geht Gefahr von der Strahlung des Laser-Pointers und U-Pointers aus. Ist die Blendung durch die Geräte gefährlich?

Antwort:

Zunächst ist grundsätzlich zu klären, in welcher Laserschutzklasse der Laserpointer eingeteilt ist (siehe BGV B2 "Laserstrahlung"; http://publikationen.dguv.de/).

Grundsätzlich bleibt aber festzuhalten, dass auch Laser der Schutzklasse 1 eine Blendung beim Menschen hervorrufen können.

Bisher ist man davon ausgeggangen, dass bei einer potenziellen Exposition durch Strahlung eines Lasers der Klasse 2, der Lidschlussreflex und andere Abwendungsreaktionen als die zeitliche Begrenzung angesetzt anzusehen ist und somit bei nur kurzzeitiger Exposition Risiken ausschließen sollte. In ausführlichen Untersuchungen konnte aber gezeigt werden, dass weder der Lidschlussreflex noch andere Abwendungsreaktionen sicher auftreten. Der Effekt der Blendung führt in diesen Fällen der Laserstrahlexposition also nicht zu einer physiologischen Schutzreaktion, d. h. es kann – wenn schon nicht sofort zu einer Schädigung der Augen – so doch zu einer größeren Blendung kommen, als es einer kürzeren Zeitdauer entsprechen würde (Siehe Fachbeitrag F 2185 der BAUA; http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2185.html).
Länger andauernde oder wiederholte Exposition kann bei einem Laser der Klasse 2 auch zu einer Schädigung des Auges führen.
Wird zudem mit einem optischen Instrument (z.B. Lichtstrahlen bündelnde Brille) in den Strahlgang geschaut, erhöht sich das Gefährdungspotential.

Auszug aus UVV BGV B2:

"Klasse 1: Die zugängliche Laserstrahlung ist unter vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen ungefährlich.
Anmerkung:
Die „vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen“ sind beim bestimmungsgemäßen Betrieb eingehalten. Bei Lasereinrichtungen der Klasse 1 können im oberen Leistungsbereich z.B. Blendung, Beeinträchtigung des Farbsehens und Belästigungen nicht ausgeschlossen werden.

Klasse 2: Die zugängliche Laserstrahlung liegt im sichtbaren Spektralbereich (400 nm bis 700 nm). Sie ist bei kurzzeitiger Einwirkungsdauer (bis 0,25 s) auch für das Auge ungefährlich. Zusätzliche Strahlungsanteile außerhalb des Wellenlängenbereiches von 400 nm bis 700 nm erfüllen die Bedingungen für Klasse 1.

Anmerkung:
Bei Lasereinrichtungen der Klasse 2 ist das Auge bei zufälliger, kurzzeitiger Einwirkung der Laserstrahlung, d.h. bei Einwirkungsdauer bis 0,25 s nicht gefährdet. Lasereinrichtungen der Klasse dürfen deshalb ohne weitere Schutzmaßnahmen eingesetzt werden, wenn sichergestellt ist, dass weder ein absichtliches Hineinschauen für die Anwendung über längere Zeit als 0,25 s, noch wiederholtes Hineinschauen in die Laserstrahlung bzw. spiegelnd reflektierte Laserstrahlung erforderlich ist. Von dem Vorhandensein des Lidschlussreflexes zum Schutz der Augen darf in der Regel nicht ausgegangen werden. Daher sollte man, falls Laserstrahlung aus einem Laser der Klasse 2 ins Auge trifft, bewusst die Augen schließen oder sich sofort abwenden. Für kontinuierlich strahlende Laser der Klasse 2 beträgt der Grenzwert der zugänglichen Strahlung (GZS) Pgrenz = 1 mW. (GUV-I 832)". Vergleiche dazu die Informationen der GUV-I 5007 "Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke".

Siehe auch die Informationen unter http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Optische-Strahlung/Forschung.html;jsessionid=03919FCC123D5A593C761B415D85D05C.1_cid246 sowie die zusammenfassende Broschüre "Damit nichts ins Auge geht... - Schutz vor Laserstrahlung"  (http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/A37.html).