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KomNet-Wissensdatenbank

Festlegung der Breite eines Verkehrsweges

KomNet Dialog 1561

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

Dialog
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Frage:

Können Sie mir bei der Festlegung der Breite eines Verkehrsweges behilflich sein: Der Arbeitsbereich hat normalerweise 7 Personen, während des Schichtwechsels max.14 Personen. Der gesamte Bereich ist ca. 360m² groß. Im Flur muß ein Handwagen mit der Breite 60cm, Länge 90cm geschoben werden. Türen mit der Tiefe von 90cm ragen in den Flur. Die Fragen: Wie breit muß der Flur sein, wenn die gegenüberliegenden Türen versetzt sind? Wie breit muß der Flur sein, wenn die gegenüberliegenden Türen nicht versetzt sind? Können sie mir eine genaue Aufschlüsselung anhand der ASR17/1,2 machen (also welche Breite für Randzuschlag, Begegnungszuschlag? Vielen Dank bereits im voraus.

Antwort:

Zur Beantwortung der Anfrage wurden zunächst die beiden folgenden Annahmen getroffen:

1) Die Arbeitsstättenrichtlinie ASR 10/1 bestimmt in Nr. 4.3, dass Türen so angebracht sein müssen, dass sie in aufgeschlagenem Zustand die nutzbare Breite von Verkehrswegen nicht einengen. Wir gehen vereinfachend davon aus, dass die fraglichen Türen vollständig öffnen und dann auf jeder Seite die nutzbare Breite des Verkehrsweges um 20 cm verringern. Die Anordnung der Türen (gegenüberliegend oder versetzt) ist für die nachfolgende Berechnung dann unerheblich.
2) Aus der Fragestellung schließen wir, dass nur ein Handwagen geschoben werden muss. Unter dieser Voraussetzung kann die Nummer 2.4.1.1 der ASR 17/1,2 herangezogen werden, wonach bei genügend Ausweichstellen der Verkehrsweg auch im Gegenverkehr einspurig geführt werden kann.

Unter diesen beiden Annahmen wird die notwendige Breite des Verkehrsweges wie folgt berechnet:
Breite des Transportmittels + 2 Randzuschläge (zusätzlicher Gehverkehr) + 2 Zuschläge für die vollständig geöffneten Türen
= 0.60 m + 2* 0.75 m + 2* 0.20 m = 2.50 m.
Bei einem maximalen Personenaufkommen von 14 Personen beim Schichtwechsel könnte auch davon ausgegangen werden, dass insgesamt nur geringe Verkehrsbewegungen stattfinden. Dann könnte gemäß Nr. 2.4.1.1 der ASR 17/1,2 der Randzuschlag auf insgesamt 1.10 m herabgesetzt werden, was eine Gesamtbreite von 2.10 m entspricht.
Sollte aber insbesondere der Transportverkehr so umfangreich sein, dass nicht genügend Ausweichstellen vorhanden sind, müssen noch zusätzlich eine Breite des Transportmittels und ein Begegnungszuschlag von 0.40 m hinzugerechnet werden, woraus sich insgesamt eine Breite von 3.50 m ergibt.
Letztendlich kommt es stark auf die individuelle Nutzung des Verkehrswegs an, so dass die vorgenannten Berechnungen nur als Beispiele betrachtet werden dürfen! Wenn die Türen nur so ausgeführt werden können, dass sie in aufgeschlagenem Zustand vollständig in den Verkehrsweg ragen, muss deren Zuschlag jeweils 0.90 m betragen!

Stand: 06.02.03