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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen Brandschutztüren in Versorgungsschächten durch eine Türfeststellanlage betriebsbedingt offen gehalten werden?

KomNet Dialog 15582

Stand: 11.09.2015

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Brandschutz > Baulicher Brandschutz, Rettungseinrichtungen

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Frage:

Dürfen Brandschutztüren in Versorgungsschächten durch eine Türfeststellanlage betriebsbedingt offen gehalten werden? Die Türfeststellanlage ist durch Rauchmelder gesteuert und läuft über die Brandmeldeanlage; "gesprinklert" ist der Bereich auch.

Antwort:

Brandschutztüren dienen in der Regel der Abtrennung von Brandabschnitten und sollen im Gefahrenfall Flüchtenden ermöglichen, gesicherte Bereiche wie z. B. Fluchttreppenhäuser zu erreichen. In der DGUV Information 205-001 (bisher: BGI 560) "Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz" wird hierzu folgendes ausgeführt:

"Die Zugänge zu brand- und explosionsgefährdeten Räumen sind mit selbst schließenden Feuerschutzabschlüssen, wie Türen oder Toren, zu versehen (Bild 10-7). Wenn diese Türen oder Tore aus betrieblichen Gründen ständig oder für längere Zeiträume offen gehalten werden müssen, sind sie mit einer Feststellanlage auszurüsten, die im Brandfall ein selbsttätiges Schließen bewirkt. So wird das Übergreifen eines Brandes auf den Nachbarraum verhindert. Es ist besonders darauf zu achten, dass die Selbstschließeinrichtungen nicht unwirksam gemacht werden."

Weitere Hilfestellungen zur Thematik können u. a. dem Merkblatt M18"Brandschutz im Handel" der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) entnommen werden. Detaillierte Einzelfallfragestellungen zur Anfragenthematik sollten mit der vor Ort zuständigen Arbeitsschutz- bzw. Bauaufsichtsbehörde erörtert und geklärt werden.