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Besteht für die behandelnde Ärztin ein Gefährdung durch ionierende Strahlung, wenn einer Patientin zuvor ein radioaktives Medikament gespritzt wurde?

KomNet Dialog 15508

Stand: 08.02.2012

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Umgang mit radioaktiven Stoffen

Dialog
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Frage:

Zur Vorbereitung einer Knochenmarksszintigraphie bekommt eine Patientin ein radioaktives Medikament gespritzt. Die Patientin soll nun auch per Sonographie am Herzen untersucht werden. Die untersuchende Ärztin fragt, ob eine Gefährdung durch ionisierende Strahlung für sie bestehe. Besteht hier prinzipiell ein Gefährdung durch ionierende Strahlung und wenn ja, was ist zu beachten?

Antwort:

Die Strahlenschutzkommission hat zu diesem Thema eine Ausarbeitung erlassen mit dem Titel: „Strahlenexposition von Personen durch nuklearmedizinisch untersuchte Patienten“.
Die Ausarbeitung wurde im Bundesanzeiger Nr. 208 vom 05. November 1998 erlassen www.ssk.de/de/werke/1998/volltext/ssk9804.pdf .
Bei einer sonographischen Untersuchung des Patienten besteht der längste und engste Arzt-Patienten-Kontakt. Wird der Patient kurz nach der Applikation des Radiopharmakons untersucht, kann von einer Strahlenexposition ausgegangen werden.
Findet diese Untersuchungskonstellation regelmäßig statt, kann möglicherweise der Grenzwert (1 mSv) für nicht strahlenexponiertes Personal überschritten werden. In regelmäßigen Fällen ist das Personal der Sonographie als beruflich strahlenexponiertes Personal einzustufen.

Eine Minimierung der Strahlenexposition lässt sich wie folgt erreichen:

- maximale Zeit wischen den Untersuchungen (Nach jeweils ca. 5-6 Stunden halbiert sich die Aktivität des Tc-99m),
- Untersuchungsdauer minimieren
- Abstand zum Patienten
- das Tragen einer Bleischürze während der Untersuchung,
- Tragen von Handschuhen (Inkorporationsrisiko minimieren)