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Putzlappen müssen in "verschließbaren" flüssigkeitsdichten Behältern gesammelt werden. Wie ist der Begriff "verschließbar" zu interpretieren?

KomNet Dialog 15463

Stand: 04.02.2012

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)

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Frage:

Nach meinen Kenntnissen müssen ölhaltige Putzlappen in "verschließbaren" flüssigkeitsdichten Behältern gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden. Wie ist der Begriff "verschließbar" zu interpretieren? Ein verzinkter Metallbehälter mit Klappdeckel ist meiner Meinung nach ausreichend; oder bedeutet verschließbar, dass ein Klappdeckel mit Schloss und Schlüssel oder besonderen Verschlüssen z. B. versehen sein muss?

Antwort:

In der GUV-I 880 "Kaltreiniger" ist unter Ziffer 9.2.8 "Entsorgen von Abfällen und Rückständen" u. a. erläutert, dass mit Kaltreinigern, Öl und Fett getränkte Putzmaterialien zusammen mit dem Sauerstoff der Luft Wärme entwickeln und sich selbst entzünden können. Gebrauchte Putztücher zur Wiederverwendung oder Entsorgung dürfen nur in widerstandsfähigen, dicht verschlossenen Behältern gesammelt, gelagert und transportiert werden. Widerstandsfähige Behältnisse sind z. B. Behälter aus Metall und hochmolekularem Niederdruck-Polyethylen.

Überschüssige Lösemittelmengen sowie tropfnasse Putztücher dürfen nicht in Putztuchbehälter gegeben werden. Die Behälter sind regelmäßig zu entleeren.
Innerbetrieblich genutzte Behälter zur Aufbewahrung von z. B. mit Kaltreinigern verunreinigten Bindemitteln oder Putzmaterial müssen gekennzeichnet sein.

Auch ist in der BGI 560 "Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz" gefordert, dass zur Minimierung der Gefahr von Selbstentzündungen beim Sammeln von öl- oder lösemittelgetränkten Putzlappen grundsätzlich geschlossene nicht brennbare Behälter zu verwenden sind.

Handelsübliche Behälter speziell für das Sammeln brennbarer Abfälle mit selbstschließendem Deckel oder in selbstlöschender Ausführung erfüllen in der Regel diese Anforderung.

Die im Regelwerk des Arbeitsschutzes (BGI 560) verwendete Formulierung "verschließbar" bzw. "verschlossen" bedeutet nicht mit "Schloss und Schlüssel abschließbar".