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KomNet-Wissensdatenbank

Ist es zulässig, den Handlauf in einer Kranbrücke mit rutschhemmender Folie zu bekleben?

KomNet Dialog 14917

Stand: 14.11.2011

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

Dialog
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Frage:

An einem Treppenturm einer Kranbrücke hat man die Handläufe mit Antirutschfolie beklebt. Begründet wurde diese Besandung damit, dass es im Winter zu Vereisungen dieser Handläufe kommt und die Mitarbeiter sich dort nicht richtig festhalten können. Gibt es Vorschriften für Handläufe? Ist es aus Arbeitsschutzgründen nicht eher bedenklich, die Handläufe zu besanden.

Antwort:

Allgemein ist die sichere Beschaffenheit von „Verkehrswegen, einschließlich Treppen“, in der Arbeitsstättenverordnung/ArbStättV  geregelt. Spezielle Anforderungen an die Beschaffenheit der Handläufe finden sie in der Berufsgenossenschaftlichen Regel BGR 561 (http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/i-561.pdf) oder auch in der DIN 18065.


Handläufe müssen als Grundanforderung u.a. einen sicheren Halt bieten und dürfen bei Berührung keine Verletzungen herbeiführen (als Beispiele sind scharfkantige Ecken oder nicht entgratete Schweißnähte in der BGR 561 aufgeführt). Explizite Anforderungen an die Rutschfestigkeit von Handläufen sind nicht benannt.Die Entscheidung ihres Arbeitgebers, eine besandete Folie anzubringen, lässt wohl auf die Gefährdungsbeurteilung rückschließen: als Gefahr wurde dort die niedrige Griffsicherheit bei Vereisung erkannt, als Maßnahme das Anbringen der Folie festgelegt.Ob diese Maßnahme ihr Ziel erreicht, ist in der Wirksamkeitskontrolle (Bestandteil jeder Gefährdungsbeurteilung)  zur festgelegten Maßnahme zu hinterfragen, bzw. zu belegen.Bei Maßnahmenauswahl und Wirksamkeitskontrolle sind gleichermaßen zu berücksichtigen, ob einerseits die angestrebte Sicherheit bei Vereisung erreicht wird (alternativ denkbar wäre z.B. auch das Beheizen der Handläufe) und andererseits in der  Maßnahme nicht sogar eine Verletzungsgefahr („Verbrennen“) für nicht behandschuhte Hände droht. Eine ggf. unangenehme Haptik der besandeten Handläufe darf außerdem nicht dazu führen, dass die Benutzung des Handlaufes „verweigert“ wird.