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KomNet-Wissensdatenbank

Ist Talkumpuder als krebsverdächtig einzustufen?

KomNet Dialog 14787

Stand: 21.10.2011

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

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Wie in dem Bericht "Asbest in Talkumpudern und Speckstein - heutige Situation" unter www.dguv.de/ifa/de/pub/grl/pdf/2007_104.pdf erläutert, kann in Talkumpuder Asbest enthalten sein.

Mineralische Rohstoffe und daraus hergestellte Zubereitungen und Erzeugnisse dürfen aber nach den Vorschriften der Chemikalienverbotsverordnung nicht in Verkehr gebracht werden, wenn diese einen Massengehalt von mehr als 0,1 % Asbest enthalten.
Nach Anhang II Nr.1 der Gefahrstoffverordnung vom 26. November 2010 gilt für diese Zubereitungen und Erzeugnisse zudem ein grundsätzliches Verwendungsverbot.  
Ausnahmen gelten für die in Anhang II Nr.1 GefStoffV genannten Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten.

In dem Bericht unter www.dguv.de/ifa/de/pub/grl/pdf/2007_104.pdf wird weiterhin ausgeführt, dass die Zusammensetzung des Talkumpuders je nach Lagerstätte sehr unterschiedlich sein kann, dass aber das im europäischen Raum vertriebene Talkumpulver zum überwiegenden Teil aus Talk, einem Schichtsilikat (kein Asbest) besteht.
Nicht ausgeschlossen ist, dass in einigen Fällen auch asbesthaltige Talkumpuder in Verkehr gebracht werden. Wie bereits ausgeführt, darf dann der Massengehalt 0,1 % Asbest nicht überschreiten.

Auf der Grundlage der Artikel 32 - 34 der Reach-Verordnung http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2007:136:0003:0280:DE:PDF können Sie Ihren Lieferanten auffordern, Ihnen Informationen über die für den Arbeitsschutz relevanten Inhaltsstoffe des Talkumpulvers zu geben.

Auf der Grundlage dieser Informationen können Sie dann in der Gefährdungsbeurteilung bewerten, ob Sie mit relevanten Faserkonzentrationen gemäß TRGS 517 "Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen" www.baua.de/trgs rechnen und ggf. besondere Maßnahmen treffen müssen.  
Auf die Informationen in dem Bericht "Asbest in mineralischen Rohstoffen"  unter www.dguv.de/ifa/de/pub/grl/pdf/2010_003.pdf weisen wir hin.

Wir empfehlen, dass der für die Gefährdungsbeurteilung verantwortliche Arbeitgeber bei der Bewertung der Situation neben der Fachkraft für Arbeitssicherheit auch den Betriebsarzt frühzeitig beteiligt.

Die Berichte bezüglich möglicher Gefährdungen von Talkum in Babypudern können wir nicht bewerten. Auf folgende Informationen des Bundesinstitutes für Risikobewertung - BfR www.bfr.bund.de weisen wir hin:

www.bfr.bund.de/cm/343/2_sitzung_der_bfr_kommission_bewertung_von_vergiftungen.pdf

www.bfr.bund.de/cm/343/bewertung_von_vergiftungen_im_bfr.pdf

www.bfr.bund.de/cm/343/asbest_in_e_560_natuerliche_mischung_aus_steatiten_und_chlorit.pdf

www.bfr.bund.de/cm/350/risiko_vergiftungsunfaelle_bei_kindern.pdf