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KomNet-Wissensdatenbank

Zählt das Schuhwerk für Küchenbeschäftigte und für Reinigungskräfte zur persönlichen Schutzausrüstung?

KomNet Dialog 14639

Stand: 30.09.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.14.7)

Dialog
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Frage:

Zählt das spezielle u.a. rutschfeste Schuhwerk für Küchenmitarbeiter zu den persönlichen Schutzausrüstungen? Zählt das Schuhwerk von Reinigungskräften zu den persönlichen Schutzausrüstungen?

Antwort:

Gemäß der BGR 191 "Benutzung von Fuß- und Knieschutz" http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgr191.pdf  zählt Fußschutz zu den persönlichen Schutzausrüstungen, diedazu bestimmt sind, Füße gegen äußere, schädigende Einwirkungen zu schützen und einen Schutz vor dem Ausrutschen zu bieten.
Zum Fußschutz zählen z.B. Sicherheitsschuhe (Sicherheitsschuhe mit Schutz gegen Kettensägenschnitte, Feuerwehrstiefel, Schuhe zum Schutz gegen Chemikalien und Ähnliches), Schutzschuhe, Berufsschuhe, Gamaschen und Überschuhe.

Im Anhang 1 der BGR 191 wird in der Tabelle "Durch Fußschutz im Wesentlichen abzudeckende Gefährdungen" u.a. "Sturz durch Ausgleiten" und als Auswahlkriterium "Rutschhemmung der Sohle" genannt.

Ist also Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, dass bei der Tätigkeit Sturzgefahr durch Ausgleiten besteht und eine rutschemmende Eigenschaft der Sohle gefordert ist, muss Schuhwerk beschafft werden, welches als persönliche Schutzausrüstung deklariert ist und mindestens über eine rutschhemmende Sohle verfügt.
Im Handel werden in der Regel Sicherheits- und Schutzschuhe angeboten, die neben der rutschhemmenden Eigenschaft noch weiteren Schutzkriterien entsprechen. 

Nicht jeder Schuh, dem rutschhemmende Wirkung zugesprochen wird, ist automatisch persönliche Schutzausrüstung.
 
Die BGR 111 "Arbeiten in Küchenbetrieben" http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgr111.pdf führt dazu aus (Auszug):

3.6.14.3 Die Versicherten haben für die jeweilige Tätigkeit geeignetes Schuhwerk zu tragen.
Als geeignet wird Schuhwerk angesehen, wenn es insbesondere
– einen ausreichend festen Sitz am Fuß gewährleistet,
– im vorderen Bereich vollkommen geschlossen ist,
– einen Fersenhalt aufweist,
– Absätze mit ausreichend großer Auftrittfläche und mäßiger Höhe besitzt,
– rutschhemmend ausgebildete Sohlen und Absätze aufweist
und
– ein ausgeformtes Fußbett hat, das auch bei hoher Laufleistung die Beanspruchung in erträglichen Grenzen zu halten vermag. 

3.6.14.4 Sofern durch die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz in Arbeitsbereichen Gefährdungen ermittelt wurden, hat der Unternehmer geeignete Berufsschuhe, Schutz- oder Sicherheitsschuhe zur Verfügung zu stellen; die Versicherten haben diese zu benutzen.

Gefährdungen können z.B. entstehen durch Fette, Nässe, chemische Reinigungsmittel, Handhaben schwerer Gegenstände, Umgang mit Flurförderzeugen.

Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung siehe auch BG - Regel „Benutzung von Fuß- und Knieschutz“ (BGR 191).

Hinsichtlich Zurverfügungstellung und Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen siehe §§ 29 und 30 der Unfallverhütungsvorschrift„Grundsätze der Prävention” (BGV A 1).

Für das Schuhwerk von Reinigungskräften gilt sinngemäß das gleiche.
Über das Erfordernis von persönlicher Schutzausrüstung - PSA muss grundsätzlich mittels Gefährdungsbeurteilung entschieden werden.