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Kann bei Schleifarbeiten beim Vorhandensein einer fehlerfreien Schutzscheibe auf das Tragen einer Schutzbrille verzichtet werden?

KomNet Dialog 14610

Stand: 28.09.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

Dialog
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Frage:

Ich habe in Werkstätten an Schleifböcken oder Bockschleifmaschinen beobachten können, dass die Schutzscheiben als Schutz gegen Funkenflug des öfteren fehlen (gemeint ist die Sichtscheibe aus z.B. "Plexiglas" vor der Öffnung der Scheibenverkleidung an der Materialauflage). Dies ist z.B. in kleineren Werkstätten in der allgemeinen Praxis nicht selten, da einzelne zu schleifende Werkstücke doch recht sperrig sind, bei der solch eine Schutzscheibe schlichtweg stört!! An neu beschafften Maschinen ist üblicherweise solch eine Schutzscheibe immer mit im Lieferumfang dabei, auf Abbildungen von z.B. Tischschleifböcken sieht man immer eine solchen Schutzscheibe! Es werden beim Schleifen aber entsprechende Schutzbrillen (z.B. Gestellbrille nach GUV-R 192) an diesen Maschinen benutzt! Somit ist ein Schutz vor Funkenflug vorhanden! Meine Frage 1 ist die, ob bei Vorhandensein einer fehlerfreien Schutzscheibe (richtig eingestellt, klar durchschaubar und nicht beschädigt!) ein ausreichender Schutz vor Funkenflug gegeben ist und somit das Tragen einer Schutzbrille nicht erforderlich ist? Somit ist - meine Frage 2 - auch eine Kennzeichnung (entsprechend ASR 1.3 Zeichen M001 bzw. nach bisher GUV-V A8 Zeichen M01 "Augenschutz benutzen") im Arbeitsbereich des Schleifbocks nicht erforderlich?

Antwort:

Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) hat der Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) die notwendigen Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel zu ermitteln. Dabei hat er insbesondere die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind.

Näheres Anforderungen bezüglich des Schutzes der Augen bei Schleifarbeiten sind im Kapitel 10 der BGI 543 " Schleifer" http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgi543.pdf genannt:

Beim Trockenschleifen besteht stets die Gefahr von Augenverletzungen durch wegfliegende Werkstück- und Werkzeugteilchen. Das Tragen einer Schutzbrille ist daher selbst bei leichten Schleifarbeiten erforderlich. Bei der Auswahl der Schutzbrille ist unbedingt darauf zu achten, dass sie allseitig eng am Kopf anliegt (z.B. Korbbrille). Nur dann lassen sich Augenverletzungen durch von oben, unten oder von der Seite eindringende Schleifpartikel wirksam verhindern. Aufgrund der Notwendigkeit dieser individuellen Anpassung muss jeder, der Schleifarbeiten auszuführen hat, über seine persönliche Schutzbrille verfügen. 

Das Tragen einer Schutzbrille ist daher vorgeschrieben. Auf die Benutzung von Augenschutz ist durch das entsprechendes Gebotsschild M01 hinzuweisen. Bei kurzfristigen Schleifarbeiten zur Metallbearbeitung an Tisch- und Ständerschleifmaschinen kann auf eine Schutzbrille verzichtet werden, wenn die Maschine mit einem geeigneten transparenten Schutzschirm ausgerüstet ist.