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KomNet-Wissensdatenbank

Gefahrstoffermittlung bei Sprengungen in Tunneln

KomNet Dialog 1453

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Schadstoffermittlung, Messungen

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Frage:

Wie können die Gefahrstoffe in der Luft am Arbeitsplatz entsprechend § 18 GefStoffV im Tunnel nach Sprengungen ermittelt werden und ist eine Messung entsprechend BGV 24 - Sprengarbeiten-§ 72 Abs. 3 überhaupt machbar? Die konkrete Situation sieht folgendermaßen aus: Es wird ein Tunnel mit zwei parallelen Röhren, Länge ca.1800 m, im Sprengvortrieb erstellt. Zur Zeit sind die Röhren ca. 400 m lang. Während der Sprengung befinden sich die Arbeiter, die an der Ortsbrust beschäftigt werden, in einem Schwadencontainer. Der Container wird nach 15 Minuten verlassen. Messungen sind bislang nicht erfolgt, da diese nach Angaben des Betreibers und der TBG nicht bzw. nur unter erheblichem Aufwand möglich sind. Im weiteren Verlauf des Tunnels werden nachfolgend mehrere Inselbaustellen errichtet (Sohlvortrieb, Schalungsbau usw.). Wie kann hier sichergestellt werden, dass die Arbeitnehmer vor den nitrosen Gasen in den Sprengschwaden geschützt werden? Die im Arbeitsschutzkonzept für den Neubau der ICE-Strecke genannten Messungen wurden nach Aussage der Beteiligten nicht durchgeführt.

Antwort:

Zu der Thematik liegt eine Publikation des Berufsgenossenschaftlichen Institutes für Arbeitssicherheit . BIA über die Belastung der Beschäftigten durch Sprengschwaden bei Sprengungen in Tunneln vor. Danach können je nach eingesetztem Sprengstoff die Sprengschwaden eine erhebliche Gefährdung für die Mitarbeiter im Tunnelvortrieb darstellen. Neben den Stickoxiden kommen auch die Stoffe Ammoniak, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid in Frage. Für die Sprengarbeiten werden bestimmte Sprengstoffe und das Tragen von mobilen CO -Warngeräten (personenbezogen) empfohlen. Die vollständige Publikation mit Angabe einer Kontaktadresse wird vom Hauptverband der Gewerblichen Berufsgenossenschaften im Internet unter http://www.hvbg.de/d/bia/pub/ada/pdf/abia0162.pdf .Sprengschwadenmessungen beim Tunnelvortrieb, Nr.0162` angeboten. Stand: 06.11.02