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KomNet-Wissensdatenbank

Wie giftig ist VA-Schleifstaub?

KomNet Dialog 1449

Stand: 15.12.2005

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube

Dialog
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Frage:

Wie giftig ist VA-Schleifstaub

Antwort:

Schleifstaub von nicht rostenden Stählen kann unterschiedlich zusammengesetzt sein. V2A Stahl besteht zu 18% aus Chrom und 8% aus Nickel, V4A Stahl besteht zu 18% aus Chrom, 10% aus Nickel und 2,5% Molybdän. Grundsätzlich können alle einatembare Stäube auf Dauer die Lungenfunktion beeinträchtigen. Daher muß am Arbeitsplatz 1. der allgemeine Staubgrenzwert und 2. zusätzlich die stoffspezifischen Grenzwerte für die Staubinhaltstoffe eingehalten werden. Während für metallisches Chrom und seine Legierungen keine weiteren Gesundheitsschäden bekannt sind, sieht die Sache bei Nickelstäuben anders aus. Nickel wird als Metall in die krebserzeugende Kategorie 3 (Verdacht auf krebserzeugende Wirkung) nach den derzeit gültigen EG Richtlinien eingestuft (Gefahrensymbol Xn für gesundheitsschädlich). Im Gemisch mit anderen Stoffen gilt diese Einstufung ab einem Gehalt von 10% Nickel. Zusätzlich ist eine Sensibilisierung bei Hautkontakt möglich. Für Nickel und seine Legierungen gilt daher ein Grenzwert von 0,5mg/m3 bezogen auf den einatembaren Anteil. Für Nickellegierungen mit mehr als 80% Ni gelten zusätzlich die Bestimmungen für krebserzeugende Gefahrstoffe nach der Gefahrstoffverordnung.

Hinweis: Mit der neuen Gefahrstoffverordnung wurde den technikbasierten Luftgrenzwerten zum 1.1.2005 die gesetzliche Grundlage entzogen und diese ersatzlos gestrichen. Die technischen Grenzwerte geben jedoch einen Anhaltspunkt dafür, welche Expositionshöhen entsprechend dem Stand der Technik zum Zeitpunkt der Aufstellung des Grenzwertes zu unterschreiten waren. Aus diesem Grund wird der Grenzwert hier noch aufgeführt.