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KomNet-Wissensdatenbank

Muss im Sicherheitsdatenblatt eines Gemisches der M-Faktor eines Stoffes angegeben werden?

KomNet Dialog 14318

Stand: 15.08.2011

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Sicherheitsdatenblatt

Dialog
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Frage:

Für hochtoxische Stoffe gibt es die Multiplikationsfaktoren (1272/2008 Anhang I Tabelle 4.1.3) Muss im Sicherheitsdatenblatt eines Gemisches der M-Faktor eines Stoffes angegeben werden? Z.B. In Kapitel 3 bei der Auflistung der gefährlichen Inhaltsstoffe?

Antwort:

In Anhang II (geändert durch VO 453/2010) derREACH-Verordnung ist zum Sicherheitsdatenblatt für die Angaben im Abschnitt 3 des Sicherheitsdatenblatts für Gemische festgelegt:  

"Bei einem Gemisch, das die Kriterien für die Einstufung nach der Richtlinie 1999/45/EG erfüllt, sind folgende Stoffe mit ihren jeweiligen Konzentrationen oder Konzentrationsspannen in dem Gemisch anzugeben:
a) Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt im Sinne der Richtlinie 67/548/EWG darstellen, und Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt im Sinne der
Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 darstellen, sofern dem Lieferanten des Gemischs die Einstufungskriterien dieser Verordnung erfüllende Angaben zur Verfügung gestellt wurden, und falls diese Stoffe in Konzentrationen vorhanden sind, die mindestens ebenso hoch sind wie die niedrigsten der folgenden Werte:
(...)
iii) wenn ein M-Faktor in Anhang VI Teil 3 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 angegeben wurde: der allgemeine Berücksichtigungsgrenzwert in Anhang I Tabelle 1.1 in der genannten Verordnung nach Anpassung mittels der Berechnungsmethode gemäß Anhang I Abschnitt 4.1 der genannten Verordnung"

In der REACH-Verordnung selbst ist nur festgelegt, dass Stoffe mit einem M-Faktor (sofern verfügbar) bei der Einstufung und Kennzeichnung zu berücksichtigen sind bzw. der Angabe des Stoffes im Abschnitt 3 des Sicherheitsdatenblattes zu erfolgen hat.
Die Angabe des M-Faktors (sofern verfügbar) ist jedoch grundsätzlich empfehlenswert, um dem Zweck der Sicherheitsdatenblätter (Gefahrenkommunikation in der Lieferkette) zu entsprechen. Zudem können Nachfragen von Kunden oder Behörden vermieden werden, wenn die Angaben im Sicherheitsdatenblatt konsistent und nachvollziehbar sind. Wenn beispielsweise die Einstufung und Kennzeichnung mittels Rechenverfahren vom Inverkehrbringer bestimmt wurde, sollten alle relevanten Angaben im Sicherheitsdatenblatt verfügbar sein, so dass die Einstufung durch Dritte mittels Rechenverfahren nachvollzogen werden kann. Gleiches gilt auch für die Angabe der Konzentration der im Gemisch enthaltenen Stoffe im Abschnitt 3: Die Gehalte sollten so angegeben sein, dass  die einstufungsrelevanten Konzentrationsbereiche die im Abschnitt 2 aufgeführte Einstufung und Kennzeichnung des Gemisches ergeben.

Im 4. Entwurf des ECHA-Leitfadens für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern ist ein Beispiel für die Angabe des M-Faktors eines Stoffes genannt (S. 37; bislang nur auf Englisch verfügbar). Das Beispiel bezieht sich auf ein Sicherheitsdatenblatt für einen Stoff, sollte jedoch auch entsprechend bei Gemischen berücksichtigt werden (S. 49 des Entwurfs des Leitfadens).

Beispiel für einen Stoff aus dem Leitfaden (S. 37):
SECTION 2: Hazards identification
2.1 Classification of the substance or mixture
2.1.1 Classification according to Regulation (EC) No 1272/2008 [CLP]
Flam. Liq. 2, H225
Acute Tox. 3, H301
Acute Tox. 3, H311
Acute Tox. 3, H331
STOT SE 1, H370
Aquatic Acute 1, H400 (M-Factor (self-classification) = 10)