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Ist es zulässig bei brennbaren Flüssigkeiten die Abs. 2 und 3 von Kapitel 8.2.1 der TRBF 20 sinngemäß auch für Tanks im Freien anzuwenden, wenn die Tanks gesichert auf max. 30 °C gehalten werden?

KomNet Dialog 14289

Stand: 10.08.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten

Dialog
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Frage:

Ist es zulässig bei brennbaren Flüssigkeiten (Flammpunkt 40°C, reine Flüssigkeit) die Absätze 2 und 3 von Kapitel 8.2.1 der TRBF 20 sinngemäß auch für Tanks im Freien anzuwenden, wenn die Tanks durch Isolierung und Heizung/Kühlung gesichert auf max. 30°C gehalten werden?

Antwort:

In der TRGS 510 www.baua.de/TRGS wird unter Anlage 7 Ziffer 1 Abs. 4 bezüglich des Explosionsschutzes eine Regelung vergleichbar der für ortsfeste Lagertanks entsprechend der TRbF 20 www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16500/ genannt:

(4) Lagerräume zur ausschließlich passiven Lagerung in gefahrgutrechtlich zulässigen Transportbehältern mit einem Rauminhalt bis 1.000 L, in denen

1.reine Flüssigkeiten, die einen Flammpunkt über 35 °C haben, oder
2.Gemische, die einen Flammpunkt über 45 °C haben,
gelagert werden, sind abweichend von Absatz 2 und 3 kein explosionsgefährdeter Bereich, sofern die Flüssigkeiten bei der Lagerung nicht auf Temperaturen über 30 °C erwärmt werden können. Abweichend von Absatz 2 und 3 ist hinsichtlich des Explosionsschutzes keine Lüftung des Lagerraums erforderlich.

Eine entsprechende Regelung für die Lagerung im Freien wird auch hier nicht genannt.

Das bedeutet, dass grundsätzlich davon auszugehen ist, dass die Explosionsschutzmaßnahme "Lagerung bei Temperaturen bis maximal 30 °C" grundsätzlich nur für unterirdisch gelagerte Behältern mit einer Erddeckung von mehr als 0,8 m und für Behälter anzuwenden ist, die in Räumen vor Sonnenstrahlung geschützt aufgestellt sind.

Für im Freien gelagerte Behälter ist die Maßnahme "Lagerung bei Temperaturen bis maximal 30 °C" im Technischen Regelwerk nicht vorgesehen.
Wie in der Vorbemerkung des Technischen Regelwerkes ausgeführt, kann bei Einhaltung der Technischen Regeln der Arbeitgeber insoweit davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind.
Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens denselben Sicherheits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

Das bedeutet, dass mittels Gefährdungsbeurteilung zu klären ist, ob im Einzelfall die Explosionsschutzmaßnahme "Lagerung bei Temperaturen bis maximal 30 °C"  auch für Lagerbehälter im Freien angewandt werden kann.
Um zu gewährleisten, dass leicht- und hochentzündliche Flüssigkeiten (Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 55°C) für Tanks im Freien gesichert auf max. 30°C gehalten werden können, müssten Sekundärmaßnahmen durchgeführt werden, die redundant auszulegen wären. Einzelne Hinweise dazu finden sich im Kommentar Degener/Krause zur Lagerung und Abfüllung brennbarer Flüssigkeiten.
Zu empfehlen ist, dass eine für den Ex-Schutz zugelassene Überwachungsstelle  bei der Bewertung der Situation und beim Festlegen nötiger Maßnahmen hinzugezogen wird. Adressen erhalten Sie unter www.baua.de/de/Geraete-und-Produktsicherheit/Produktinformationen/Zugelassene-Ueberwachungsstellen.html .