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KomNet-Wissensdatenbank

Darf auf ein Bitumendach mit asbesthaltigen Wellplatten als Unterkonstruktion eine Photovoltaikanlage montiert werden?

KomNet Dialog 14280

Stand: 09.08.2011

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

Dialog
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Frage:

Vor kurzem habe ich ein Reihenmittelhaus erworben und möchte nun eine Photovoltaikanlage darauf montieren lassen. Jetzt erfahre ich, dass unter dem Bitumendach Eternitwellplatten liegen, die vermutlich asbestbelastet sind. Nach fachmännischer Meinung ist das Dach aber im fabelhaften Zustand und wird noch mindestens 20 Jahre ohne Reparaturen auskommen, wenn man im Zuge der Arbeiten eine Bitumenbahn ergänzt. Die Frage ist nun, ob es gestattet ist, das Dach mit einer Photovoltaikanlage auszurüsten. Es käme auch eine Montage ohne Dachdurchdringung in Frage, so dass etwaig vorhandene Asbestfasern weiterhin gebunden blieben. Eine Dachsarnierung würde unsere finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Somit würden wir dann auch von der Photovoltaikanlage absehen. Wäre eine Ausnahmegenehmigung möglich?

Antwort:

Überdeckungs-, Überbauungs- und Aufständerungsarbeiten an Asbestzementdächern und -wandverkleidungen sowie Reinigungs- und Beschichtungsarbeiten an unbeschichteten Asbestzementdächern und -wandverkleidungen sind gemäß Gefahrstoffverordnung, Anhang II Nummer 1 "Asbest" verboten.
Die Gefahrstoffverordnung - GefStoffV vom 26. November 2010 lässt auch keine Ausnahmen mehr von den unter Anhang II Nummer 1 "Asbest" genannten Verwendungsverbot mehr zu, so dass dieses jetzt auch uneingeschränkt für die Installation von Photovoltaik auf AZ-Dächern gilt.

Zulässig sind nur Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten nach Maßgabe des Anhangs I Nummer 1 Ziffer 2.4 der Gefahrstoffverordnung i.V.m. der TRGS 519 "Asbest - Abbruch-, Sanierungs-, Instandhaltungsarbeiten" www.baua.de/trgs .

Auch wenn das Asbestzementdach unter einer Bitumenschicht liegt, greift grundsätzlich das v.g. Überdeckungsverbot der Gefahrstoffverordnung. Ob eine andere Bewertung der Situation möglich ist, kann nur die zuständige Arbeitsschutzbehörde vor Ort entscheiden.
Da erfahrungsgemäß in der Praxis nicht auszuschließen ist, dass das vorhandene Asbestzementdach doch zur Aufnahme von Befestigungselementen benutzt wird, halten wir es schon alleine aus diesem Grunde für eher unwahrscheinlich, dass die Arbeitsschutzbehörde zu einem anderen Ergebnis gelangt.