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KomNet-Wissensdatenbank

Verwendung von Methylbromid als Kühlmittel

KomNet Dialog 1420

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Ersatzstoffe, Ersatzverfahren

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Frage:

Für ein fachneurologisches Gutachten möchte ich Sie um eine toxikologische Information bitten, die ich der üblichen Literatur nicht entnehmen konnte: Hintergrund ist eine fragliche inhalatorische Exposition eines Patienten mit Methylbromid (Brommethan) bei der Perforation eines Kühlsystems. Könnten Sie in Erfahrung bringen, ob diese Substanz in den letzten Jahren (nach 1970) bei einzelnen Herstellern noch als Kältemittel in Haushaltskühlschränken Anwendung fand oder in diesem Zeitraum bereits ausnahmslos zugunsten von FCKWs ersetzt worden ist? Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen.

Antwort:

Die bei Raumtemperatur gasförmige chemische Verbindung Brommethan (Methylbromid) ist als Gefahrstoff gemäß Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) eingestuft. In der Stoffliste des Anhang I der EG-Richtlinie 67/548/EWG ist Brommethan als giftig bei akuter Exposition (T, R 23/25: Giftig beim Einatmen und Verschlucken), gesundheitsschädlich bei chronischer Exposition (Xn, R 48/20: Gesundheitsschädlich - Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen), krebserzeugend der Kategorie 3 (K3, R 68: Irreversibler Schaden möglich), reizend (Xi, R36/37/38: Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut) und umweltgefährlich (N, R50: Sehr giftig für Wasserorganismen; R59: Gefährlich für die Ozonschicht) aufgeführt. Überraschenderweise entsteht Brommethan auch durch natürliche Stoffwechselaktivität von Bakterien, Algen und höhere Pflanzen und ist damit auch ohne Berücksichtigung der technisch produzierten Mengen teilweise für den Abbau der Ozonschicht mitverantwortlich. Hinsichtlich Ihrer doch sehr speziellen Frage rege ich eine entsprechende Kontaktaufnahme mit entsprechenden Kältemittelherstellern wie z. B. Linde AG, München oder Air Products an.