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Muss eine Gaswarneinrichtung eine Ex-Zulassung (RL 94/9/EG) haben?

KomNet Dialog 14137

Stand: 20.07.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.4.4)

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Frage:

In einem Bereich soll primärer Explosionsschutz gelebt werden, d. h. es soll keine Ex-Zonen geben. Zur Absicherung soll eine Gaswarneinrichtung genutzt werden, mit deren Hilfe die Gaszufuhr und die elektrischen Betriebsmittel im Bereich abgeschalten werden. Muss die Gaswarneinrichtung (Auswerteeinheit u. Sensoren) eine Ex-Zulassung (RL 94/9/EG) haben? (s. a. Artikel 1 Abs. 2)

Antwort:

Die Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV fordert, dass explosionsgefährdete Bereiche ermittelt und entsprechend Anhang 3 BetrSichV unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung in Zonen eingeteilt werden. 

Für die Beurteilung der Explosionsgefährdungen durch Stoffe, die eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden können und für die Auswahl und Durchführung geeigneter Schutzmaßnahmen sind die Teile 1 bis 4 der TRBS 2152 "Gefährliche  explosionsfähige Atmosphäre" (www.baua.de/trbs)  heranzuziehen.

In Bereichen, für die keine Zoneneinteilung vorgenommen werden muss, z. B. weil vorhandene Gasleitungen als dauerhaft technisch dicht bewertet sind, kommen in aller Regel keine Gaswarngeräte zum Einsatz.

Sollen in diesen Bereichen gleichwohl Gaswarngeräte zum Einsatz kommen, müssen diese Geräte die gleichen Anforderungen erfüllen wie Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen. Ansonsten wird eine zusätzliche Sicherheit angenommen, die tatsächlich nicht vorhanden ist.

Dieses gilt insbesondere dann, wenn Gaswarnanlagen mit automatischen Schaltfunktionen (Ziffer 2.5.3 TRBS 2152 - 2) oder Gaswarnanlagen mit automatischer Auslösung von Notfunktionen (Ziffer 2.5.4 TRBS 2152 - 2) zum Einsatz kommen sollen.
In der TRBS 2152 - 2 finden sich unter Ziffer 2.5.1 folgende Informationen zu Gaswarngeräten.

Auszüge:
2.5.1 Allgemeines
(1) Zur Erkennung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre können Gaswarngeräte verwendet werden. Sie dienen als Grundlage für die Einleitung von Schutzmaßnahmen. Sie werden verwendet zur manuellen oder automatischen Auslösung von Schutzmaßnahmen oder auch von Notfunktionen zur Stilllegung der Anlage.
Hinweis:
Neben ihrer Aufgabe der Warnung vor Explosionsgefahr können Gaswarngeräte auch Aufgaben der Warnung vor Gesundheitsgefahren übernehmen. Die hierfür maßgeblichen Konzentrationen liegen in der Regel um Zehnerpotenzen niedriger als die unteren Explosionsgrenzen. 
...

3)  Gaswarngeräte für den Einsatz im Rahmen von Explosionsschutzmaßnahmen gem. TRBS 2152 Teil 2/TRGS 722 sind hinsichtlich der messtechnischen Funktionsfähigkeit und der funktionalen Sicherheit für den vorgesehenen Einsatzfall geeignet auszuwählen. Hierbei sind die in der Betriebsanleitung genannten Anforderungen hinsichtlich der messtechnischen Funktionsfähigkeit zu beachten.
Bemerkung 1:
Die Anforderungen an die messtechnische Funktionsfähigkeit von Gaswarngeräten sind im Anhang II, Abschnitte 1.5.5 bis 1.5.7 der Richtlinie 94/9/EG beschrieben.
Bemerkung 2:
Die in der von der Berufsgenossenschaft der Chemischen Industrie herausgegebenen "Liste des Verzeichnisses der durch anerkannte nationale Prüfstellen auf Funktionsfähigkeit geprüften Gaswarngeräte" aufgeführten Gaswarngeräte gelten als geeignet. 

Diesen Geräten ist eine  EG-Konformitätserklärung gemäß Anhang X Richtlinie 94/9/EG beigefügt und sind mit der CE-Kennzeichnung gemäß Artikel 10 Richtlinie 94/9/EG versehen.