Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Kraft- und Lasteinwirkungen auf Geländer

KomNet Dialog 1398

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

Dialog
Favorit

Frage:

Umwehrungen und Treppen: Welche Horizontallast ist bei Bürogebäuden anzunehmen, wann reichen 500 N/m, wann gehe ich von einer lotrechten Verkehrslast von 5000 N/m² aus. Gibt es Fälle, außer bei Wohngebäuden, in denen eine Geländerhöhe von 90cm ausreicht?

Antwort:

In den Arbeitsstättenrichtlinien ASR 12“Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände“ werden Lastansätze für Umwehrungen genannt. Laut Kommentar zur Arbeitsstättenverordnung, Opfermann/Streit, reicht das Geländer mit einem Lastansatz von 500 N/m im Regelfall aus, z.B. in Büro- und Verwaltungsgebäuden, kleinen Einzelhandelsbetrieben, Arztpraxen, .... Von höheren Belastungen, in der ASR werden lotrechte Verkehrslasten von mehr als 5000 N/m2 genannt, ist laut Kommentar auszugehen, wenn schwere Maschinen, z.B. Werkzeugmaschinen aufgestellt und schwere Lasten transportiert werden oder motorgetriebene Flurförderzeuge verkehren, ebenso an Zufahrten und Rampen von Garagen für Pkw, bei Lagerräumen mit schwerem Lagergut und entsprechendem Transportbetrieb. In diesen Fällen müssen die Umwehrungen Horizontalkräften von 1000 N/m widerstehen. Grundsätzlich müssen Umwehrungen und Treppengeländer mind. 1 m hoch sein. Bei einer Absturzhöhe von mehr als 12 m muss die Umwehrung mindestens 1,10 m betragen. Laut Kommentierung kann die Mindesthöhe von 1,00 m bei einer breiten Brüstung verringert werden. Dabei wird auf die Versammlungsstättenverordnung hingewiesen, die eine Geländermindesthöhe von 0,90 m vorsieht und eine Umwehrungshöhe von 0,8 m bei einer Brüstungsbreite von 0,2 m zulässt. Die Grenze wird dort gesehen, wo es ohne große Anstrengung möglich ist, auf die Umwehrung zu klettern. Genannt wird eine Umwehrungshöhe von 0,7 m bei einer Brüstungsbreite von 0,5 m. Die möglichen Gefährdungen und nötigen Maßnahmen müssen mit der Gefährdungsbeurteilung gemäß Arbeitsschutzgesetz ermittelt werden. Informationsangebote z.B. unter http://www.gewerbeaufsicht.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032/ .