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Wie muß der HIV-positive Müll von einem Labor oder Krankenhaus entsorgt werden ?

KomNet Dialog 13913

Stand: 14.06.2011

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (6.1) > Sonstiges (6.1.3)

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Frage:

Wie muß der HIV-positive Müll von einem Labor oder Krankenhaus entsorgt werden ? (Geht dies als normaler Restmüll oder ist dies schon Gefahrgut?) Falls es Gefahrgut wäre unter welcher UN-Nummer ist es zu entsorgen ?

Antwort:

Abfälle, die nachweislich mit HIV kontaminiert sind, wie z. B. Abfälle aus HIV-Schwerpunktpraxen oder aus einschlägigen Laboratorien, fallen entsprechend der LAGA Richtlinien (Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft Abfall) unter den AVV Abfallschlüssel AS 18 01 03.

Dies sind Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht besondere Anforderungen gestellt werden. Das heißt für Laboratorien i. d. R. autoklavieren.

Wird der Abfall gesammelt, um ihn über einen externen Entsorger zu vernichten, so muss er am Anfallort sicher verpackt werden (reißfeste, beständige und dichte Behälter). Die verschlossenen Einwegbehältnisse müssen zur Verbrennung geeignet sein. Es darf kein Umfüllen, Sortieren, Verdichten oder Zerkleinern des HIV-haltigen Abfalls stattfinden. Die Beseitigung muss in einer zugelassenen Abfallverbrennungsanlage, z. B. Sonderabfallverbrennung (SAV) erfolgen.

Entsprechend der ADR (Europäisches Übereinkommen über die Beförderung gefährdlicher Güter auf der Strasse) gilt für die Klasse 6.2 (ansteckungsgefährliche Stoffe) folgendes: HIV – haltige Kulturen zählen zur Kat. A (UN-Nr. 2814). Dies gilt auch für medizinische oder klinische Abfälle, die Stoffe der Kat. A enthalten.
Handelt es sich nicht um Kulturen, gehören sie zur Kat. B. Derartige mit HIV kontaminierte Abfälle sind mit UN-Nr. 3291 zu klassifizieren. (Weitere Informationen siehe unter ADR Nr. 2.2.62.1.5.6).