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Müssen Anlagen und Betriebsmittel bei zweischichtigem Betrieb auch zwei mal pro Jahr geprüft werden?

KomNet Dialog 13899

Stand: 19.06.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüffristen

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Frage:

In einer Baustahlbiegerei wird zweischichtig gearbeitet. Frage: Müssen die Anlagen und Betriebsmittel dann 2 x pro Jahr nach UVV geprüft werden?

Antwort:

Die Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV  fordert, dass der Arbeitgeber Art, Umfang und Fristen von Prüfungen generell anhand der Gefährdungsbeurteilung ermitteln und festlegen muss (§ 3 Abs. 3 Betriebssicherheitsverordnung).

Zur Prüffrist wird in der TRBS 1203 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen" www.baua.de/trbs unter 2.4  erläutert:

"Prüffrist" ist der Zeitraum bis zur nächsten wiederkehrenden Prüfung. Sie muss so festgelegt werden, dass der Prüfgegenstand nach allgemein zugänglichen Erkenntnisquellen und betrieblichen Erfahrungen im Zeitraum zwischen zwei Prüfungen sicher benutzt werden kann. 

und weiter unter Ziffer 3.5.1
Prüffristen sind so festzulegen, dass einfach feststellbare Abweichungen vom Sollzustand rechtzeitig erkannt werden können.

sowie unter Ziffer 3.5.2
... ...
 Kriterien für die Festlegung von Prüffristen können sein:

• Einsatzbedingungen (spezielle Belastungen, Benutzungszeit je Tag usw.) bei denen das Arbeitsmittel benutzt wird
• Herstellerhinweise, die in der Betriebsanleitung enthalten sind
• Schädigung des Arbeitsmittels, Qualifikation der Beschäftigten, Erfahrungen mit dem "Ausfallverhalten" des Arbeitsmittels
• Funktionsfähigkeit eines Verfahrens, mit dem eine planmäßige Instandhaltung (ständige Überwachung), insbesondere für sicherheitsrelevante Bau- und Verschleißteile erfolgt Unfallgeschehen oder Häufung von Mängeln an vergleichbaren Arbeitsmitteln
Aufgrund der Prüfergebnisse durchgeführter Prüfungen kann eine Änderung der Prüffristen im Sinne einer Verlängerung oder Verkürzung erforderlich sein. Dabei sind die oben genannten Kriterien ebenfalls zu berücksichtigen.

... ...

Bei Arbeitsmitteln, die im Zweischichtbetrieb genutzt werden, ist von einer höheren Beanspruchung auszugehen als bei Arbeitsmitteln im Einschichtbetrieb.  

In welchem Umfang darauf durch Verlängerung der Prüffristen reagiert wird, muss letztlich der Arbeitgeber eigenverantwortlich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung  beurteilen und festlegen. Hierbei sind auch Angaben des Herstellers einzubeziehen. 
 
Bei der Beurteilung soll sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.