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Ab wann ist von einem unbelasteten Arbeitsumfeld beim Rückbau alter Dacheindeckungen aus Asbestzementplatten auszugehen?

KomNet Dialog 13856

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Belastungen, Belastungsreduktion

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Frage:

Beim Rückbau einer alten Dachdeckung aus Asbestzementplatten gelten für die Mitarbeiter der beschäftigten Firma hohe Anforderungen an die Gestaltung des Arbeitsschutzes. Wie verhält es sich mit Personen (Beschäftigten) im näheren und weiteren Umfeld? Ab wann ist von einem unbelasteten Arbeitsumfeld auszugehen?

Antwort:

Bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit asbesthaltigen Erzeugnissen oder Materialien muss entsprechend Anhang I Nr. 2.4 Gefahrstoffverordnung - GefStoffV der Arbeitgeber mittels Gefährdungsbeurteilung festzustellen, ob Beschäftigte bei Tätigkeiten Asbeststaub oder Staub von asbesthaltigen Materialien ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein können und Maßnahmen unter Berücksichtigung der TRGS 519 www.baua.de/trgs treffen.

Die TRGS 519 gilt zum Schutz der Beschäftigten und anderer Personen bei Tätigkeiten mit Asbest und asbesthaltigen Gefahrstoffen bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) und bei der Abfallbeseitigung.

Auf Grund der krebserzeugenden Wirkung von Asbestfasern kann ein Grenzwert für einen unbelasteten Arbeitsplatz nicht festgelegt werden.
Für Arbeiten mit geringer Exposition gilt eine Wert von weniger als 15000 Fasern/m³ (TRGS 519 Ziffer 2.8 ).
Bei Freimessungen gilt eine Faserkonzentration von weniger als 500 Fasern/m³ bzw. 1000 Fasern/m³ (TRGS 519 Ziffer 14.4).

Werden bei den in der Frage genannten Rückbauarbeiten die speziellen Regelungen für Abbruch-Arbeiten an Asbestzementprodukten entsprechend Ziffer 15 der TRGS 519 eingehalten, ist bei Arbeiten im Freien (Ziffer 15.2) von keiner relevanten Gefährdung der Nachbarschaft auszugehen.
Auf eine Messung kann dann verzichtet werden.