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Nach Brand in einer Werkstatt mit Dach aus Styropor und Eternitplatten sowie unterschiedlichen Kunststoffmaterialien - besteht bei Arbeit in dieser Halle Gesundheitsgefahr?

KomNet Dialog 138

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch sonstige Emissionen

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Frage:

Nach Brand in einer Werkstatt mit Dach aus Styropor und Eternitplatten (Wellasbestzement) sowie unterschiedliche Kunststoffmaterialien. Die Mitarbeiter klagen seit einiger Zeit über Atembeschwerden, trockenen Hals und Hals- und Zungenbelag. Besteht bei Arbeit in dieser Halle Gesundheitsgefahr? Ist es erlaubt, in dieser Halle weiter zu arbeiten?

Antwort:

Die stoffliche Zusammensetzung des Brandgutes und die Abbrandbedingungen sind entscheidende Faktoren für Art und Menge der entstehenden Brandfolgeprodukte. Kenntnisse über die entstandenen Brandfolgeprodukte sind Voraussetzung für die Einschätzung einer Gesundheitsgefahr und die zum Schutze der Mitarbeiter zu ergreifenden Maßnahmen. Wurde bei einem Brand die aus Wellasbestzemtplatten bestehende Dacheindeckung beschädigt oder zerstört, ist von einem Freisetzen von Asbestfasern auszugehen. Die sich daraus ergebende Gefährdungseinschätzung und der erforderliche Sanierungsumfang kann aber nur bei Kenntnis der Brandumstände festgelegt werden. Bei der Verbrennung von PVC-haltigen Bauteilen unter Sauerstoffmangel kommt es zur Bildung von Chlorwasserstoff (HCl) und Bromwasserstoff (HBr), deren Gase Augen und Schleimhäute reizen. Es gilt aber auch hier, dass nur nähere Kenntnisse der Brandumstände eine Gefährdungseinschätzung ermöglichen. Für den Arbeitgeber besteht nach dem Arbeitsschutzgesetz die rechtliche Verpflichtung, die Arbeitsbedingungen zu beurteilen. Dieses gilt nach einem Brandschaden in besonderem Maße. Zu beachtende Vorschriften sind insbesondere die Arbeitsstättenverordnung, die Gefahrstoffverordnung und die Technische Regel für Gefahrstoffe, TRGS 519 "Asbest-Abbruch-,Sanierungs- oder Instandhaltungarbeiten". Weitere hilfreiche Informationen sind in der vom Verband der Sachversicherer herausgegebenen "Leitlinie zur Brandschadensanierung" - VdS 2357 zu finden. Bezugsquelle: VdS Schadenverhütung GmbH, Amsterdamer Str. 170, 50735 Köln, Tel.: 0221/7766-122, Internet: http://wwww.vds.de. (Stand: 02.12.1999)