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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Anforderungen gibt es im Strahlenschutz für Überwachungsbereiche?

KomNet Dialog 13751

Stand: 19.06.2012

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Strahlenschutzorganisation

Dialog
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Frage:

Welche Anforderungen -auch technischer Art- gibt es im Strahlenschutz für Überwachungsbereiche hinslichtlich Zugang (Schleuse erforderlich?), Personenüberwachung (Dosimetrie, Schutzkleidung etc.), Lüftungsanlage (erforderlich?) usw.? Wo sind solche Mindest-Anforderungen definiert?

Antwort:

Der hier angesprochene Strahlenschutzbereich „Überwachungsbereich“ ist gemäß § 36 Strahlenschutzverordnung - StrlSchV  wie folgt definiert:

Überwachungsbereiche sind nicht zum Kontrollbereich gehörende betriebliche Bereiche, in denen Personen im Kalenderjahr eine höhere effektivere Dosis als 1 mSv oder höhere Organdosen als 15 mSv für die Augenlinse oder 50 mSv für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und Knöchel im Kalenderjahr erhalten können.

Der Kontrollbereich (s. § 36 Abs.1 Nr. 2 StrlSchV) wird meist von einem Überwachungsbereich umschlossen.

Der Überwachungsbereich dient dem Zweck, die Bevölkerung und insbesondere auch das Betriebspersonal vor den Auswirkungen ionisierender Strahlen zu schützen. Bauliche Maßnahmen, z.B. Zugangsberechtigungen, wenn nicht durch Abgrenzung des Betriebsgeländes vom allgemeinen Staatsgebiet abgetrennt, Schleusen, Personendosimetrie, Schutzkleidung und/oder bauliche Maßnahmen, wie z.B. eine separate Lüftungsanlage, werden aber erst unter bestimmten Umständen (z.B. Labor, nuklearmedizinische Abteilungen) dann erforderlich, wenn eine Person innerhalb des jeweiligen Bereiches durch äußere oder innere Strahlenexpositionen eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv pro Kalenderjahr -Kontrollbereich- erhalten kann.

Der Überwachungsbereich ist nicht zu kennzeichnen.