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In welchem Umfang ist freiberufliche Tätigkeit während der Elternzeit möglich? Welche Auswirkungen hätte dieses auf die Krankenversicherung?

KomNet Dialog 13373

Stand: 10.02.2014

Kategorie:

Dialog
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Frage:

Ich bin noch etwa 2 Jahre in Elternzeit im Rahmen meines Arbeitsvertrages in Deutschland. Derzeit leben wir in Belgien. Wenn ich nun freiberuflich hier arbeite in geringem Umfang, kann dann bis zu einer gewissen Einkommensgrenze die beitragsfreie Krankenversicherung meiner deutschen Krankenkasse weiterlaufen? Wann und wie wird das ggf. entschieden - nach der Steuererklärung, aufgrund von Einnahmen-Überschuss-Rechnung? Falls es für meine Situation in Belgien besondere Regelungen gibt, würden mich diese und auch die Regelungen für freiberufliche Tätigkeit in Deutschland interessieren, da dies auch evtl. in Frage kommen wird.

Antwort:

Bleibt ein Arbeitsverhältnis während der Elternzeit erhalten, besteht in der Kranken- und Pflegeversicherung die Mitgliedschaft fort. Eine zusätzlich noch ausgeübte selbständige Erwerbstätigkeit führt erst dann zum Wegfall der Versicherungspflicht, soweit die selbständige Erwerbstätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird. Die Beurteilung, ob eine selbständige Erwerbstätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird, ist allerdings von vielen Einzelfaktoren abhängig und kann nur in Form einer Gesamtbetrachtung durch die zuständige Krankenkasse erfolgen. Dazu sind sämtliche Angaben über Art, Zeitaufwand, Einkommen usw. erforderlich.

Endet nach Ablauf der Elternzeit das versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis, ist eine Familienversicherung möglich, soweit das regelmäßige Gesamteinkommen, zudem auch die Einnahmen aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit zählen, 365 Euro im Monat nicht übersteigt. Wird eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (sog. Minijob) ausgeübt, erhöht sich die monatliche Gesamteinkommensgrenze auf 400 Euro. Die Familienversicherung ist allerdings unabhängig von der Einkommenshöhe ausgeschlossen, soweit eine hauptberuflich selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt wird.
AOK Bundesverband / Fundstelle: www.existenzgruender.de/expertenforum/persoenliche_absicherung/antwort.php?frage=10159&archiv=210&rubrik=12

Grundsätzlich ist eine freiberufliche Erwerbstätigkeit in Belgien während der Elternzeit möglich. Der Arbeitgeber muss seine Zustimmung geben.
Zuverlässige Informationen zur beitragsfreien Krankenversicherungszeit gibt Ihnen die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland in Bonn, www.dvka.de(email post@dvka.de )  - siehe auch
http://www.dvka.de/oeffentlicheSeiten/pdf-Dateien/Entsendemerkblaetter/Belgien/Arbeiten_Belgien_883.pdf


Hinweise:
Information: Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.

Beratung: Kostenlose Beratung zur beruflichen Entwicklung bietet ein Förderprogramm des  Landes Nordrhein-Westfalen.Die nächstgelegene professionelle Beratungsstelle ist hier zu finden Weiterbildungsberatung

Förderung: Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, einen Zuschuss  für ihre berufliche Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.