Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welche Maßnahmen muss ein Betrieb treffen, wenn verdünnte alkalische Beizlösungen einem Entsorger in IBCs übergeben werden?

KomNet Dialog 13370

Stand: 18.06.2012

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)

Dialog
Favorit

Frage:

Welche Maßnahmen muss ein Betrieb treffen, wenn verdünnte alkalische Beizlösungen (EAK-Nr. 110107) einem Entsorger in IBCs übergeben werden? Müssen Maßnahmen getroffen werden, um ein Eindringen in den Boden und in die Kanalisation zu verhindern; wenn ja, welche? Welchen Schutz muss ich den Mitarbeitern, welche die Verladung überwachen, zur Verfügung stellen?

Antwort:

Grundsätzlich obliegt es dem Arbeitgeber, eine Bewertung der Gefährdungen und die notwendigen Schutzmaßnahmen festzulegen [§ 5 "Beurteilung der Arbeitsbedingungen" des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), § 6 "Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung" der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)].

Für die Gefährdungsbeurteilung relevante Informationen (z. B. Mögliche Gefahren, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung, Persönliche Schutzausrüstung, Hinweise zur Entsorgung, etc.) sind dem Sicherheitsdatenblatt zu entnehmen. Informationen zur Gefährlichkeit, Handhabung und Entsorgung von verdünnter alkalischer Beizlösung können auch beim Hersteller oder Inverkehrbringer erfragt werden. Weiterhin wird sicherlich auch die Entsorgungsfachfirma beratend zur Seite stehen. Von der Entsorgungsfachfirma werden die notwendigen Informationen bezüglich der fachgerechten Entsorgung des gefährlichen Abfalls und der Beförderungspapiere (ADR) erhalten.

Die Gefährdungsbeurteilung nach Gefahrstoffverordnung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Fachkenntnisse, so hat er sich fachkundig beraten zu lassen. Als fachkundige Personen gelten in der Regel die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsarzt. Zum Teil unterstützen auch die Hersteller bzw. Inverkehrbringer die Arbeitgeber beim Erstellen der Gefährdungsbeurteilung.