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Ab welcher Höhe sollte eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung für Arbeiten mit Absturzgefahr angeboten werden?

KomNet Dialog 13247

Stand: 24.10.2014

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

Dialog
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Frage:

In der BGI 504-41 wird als Auslöseleitlinien von Arbeiten auf Brücken, Masten, Türmen etc gesprochen. Wie ist das bei Montagearbeiten im Metallbau: ab welcher Höhe (ohne Absturzsicherung) sollte hier eine Angebotsuntersuchung gemäß Gefährdungsbeurteilung erfolgen (unter Beachtung, dass diese nicht mehr in der ArbmedVV exsistiert)? Die SIFA sprach von Arbeiten ab 1 Meter? In welchen Vorschriften finde ich hierzu näheres?

Antwort:

Wie Sie zutreffend ausgeführt haben, sind in den Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 41 "Arbeiten mit Absturzgefahr" (BGI 504-41) keine quantitativen Höhenangaben genannt.

Relevante Kriterien sind im Grunde genommen zwei Punkte:

1. Es werden Tätigkeiten in den unter BGI 504-41 Punkt 4  genannten Arbeitsbereichen ausgeübt
und
2. Es besteht erhöhte Absturzgefahr, weil bei der Tätigkeit nicht ständig ein Schutz gegen Absturz besteht,  z.B. bei einem Standortwechsel, der nicht durch Persönliche Schutzausrüstung (Sicherheitsgeschirr) gegen Absturz geschützt ist .

Gemäß Ziffer 2.1 "Schutz vor Absturz" des Anhangs zur Arbeitsstättenverordnung i.V.m. der  ASR A2.1 Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen besteht grundsätzlich dann eine Absturzgefahr, wenn eine Absturzhöhe von mehr als 1 m vorhanden ist.

Absturzgefahren, die Absturzsicherungsmaßnahmen erfordern, können aber auch bereits bei geringeren Höhen als 1 m vorliegen. Z.B. besteht gemäß der DGUV-Vorschrift 38 "Bauarbeiten" (früher: BGV C22) grundsätzlich Absturzgefahr unabhängig von der Absturzhöhe an
- Arbeitsplätzen an und über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann,
- Verkehrswegen über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann.

Arbeitsschutzrechtlich sind stets vorrangig Sicherungsmaßnahmen gegen Absturz zu treffen.
Nur dann, wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass sich während der Tätigkeit Situationen nicht vermeiden lassen bei denen Absturzgefahr besteht,  geht die BGI 504-41 davon aus, dass arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen sind.