Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welche Qualifikation muss derjenige haben, der nach DGUV Vorschrift 3 die ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel überprüft?

KomNet Dialog 13134

Stand: 08.03.2016

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Elektrofachkraft

Dialog
Favorit

Frage:

Welche Qualifikation muss derjenige haben, der nach DGUV Vorschrift 3 die ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel überprüft?

Antwort:

Die Prüfungen ortsveränderlicher oder ortsfester elektrischer Arbeitsmittel werden im Arbeitsschutzrecht nach der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV und nach § 5 der DGUV Vorschrift 3 (bisher: BGV A 3) durchgeführt. Die BetrSichV fordert vom Arbeitgeber, dass für Arbeitsmittel insbesondere Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen zu ermitteln sind. Ferner hat der Arbeitgeber die notwendigen Voraussetzungen zu ermitteln und festzulegen, welche die Personen erfüllen müssen, die von ihm mit der Prüfung oder Erprobung von Arbeitsmitteln zu beauftragen sind ( § 3 Abs. 6 BetrSichV). Nähere Anforderungen dazu sind in den Technischen Regeln für Betriebssicherheit -TRBS- enthalten.

Prüfungen, die von befähigten Personen nach BetrSichV vorzunehmen sind (z.B. nach § 14 BetrSichV), dürfen auch nur von diesen durchgeführt werden.

Prüfungen, die die DGUV Vorschrift 3 betreffen, können auch weiterhin nach den bekannten Modalitäten durch Elektrofachkräfte oder - mit Einschränkung - durch elektrotechnisch unterwiesene Personen durchgeführt werden:
 
Die Errichtung, Änderung und Instandsetzung (inkl. Prüfungen) elektrischer Anlagen und Betriebsmittel müssen gemäß der DGUV Vorschrift 3 von einer Elektrofachkraft oder unter deren Leitung und Aufsicht durchgeführt werden. Als Elektrofachkraft gilt, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen die ihm übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.
In der Durchführungsanweisung zu § 2 DGUV Vorschrift 3 ist dazu erläutert, dass  die fachliche Qualifikation als Elektrofachkraft im Regelfall durch den erfolgreichen Abschluß einer Ausbildung, z.B. als Elektroingenieur, Elektrotechniker, Elektromeister, Elektrogeselle, nachgewiesen wird. Sie kann auch durch eine mehrjährige Tätigkeit mit Ausbildung in Theorie und Praxis nach Überprüfung durch eine Elektrofachkraft nachgewiesen werden. Der Nachweis ist zu dokumentieren.

Informativ ist auch die Leitlinie zur Beurteilung der Befähigung von Elektrofachkräften der Internationale Vereinigung für soziale Sicherheit - IVSS.

Sofern die Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 auch als Prüfungen im Sinne von § 14 BetrSichV gelten sollen, muss die Elektrofachkraft/elektrotechnisch unterwiesene Person auch als befähigte Person beauftragt sein. Als befähigte Person kann der Arbeitgeber jede Person, die die Anforderungen von § 2 Abs. 6 BetrSichV erfüllt, beauftragen.
Die Anforderungen werden in der Technischen Regel für Betriebssicherheit - TRBS 1203 "Befähigte Personen" konkretisiert.
Zudem werden in der TRBS 1203 Teil 3 "Befähigte Personen - Besondere Anforderungen - Elektrische Gefährdungen" folgende konkretisierende Anforderungen gestellt:

2 Anforderungen an befähigte Personen
2.1 Berufsausbildung
Die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen muss eine elektrotechnische Berufsausbildung abgeschlossen haben oder eine andere für die vorgesehenen Prüfaufgaben vergleichbare elektrotechnische Qualifikation besitzen.

2.2 Berufserfahrung
Die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen muss eine mindestens einjährige Erfahrung mit der Errichtung, dem Zusammenbau oder der Instandhaltung von elektrischen Arbeitsmitteln und/oder Anlagen besitzen.

2.3 Zeitnahe berufliche Tätigkeit
Die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen muss

• über die für die vorgesehenen Prüfaufgaben im Einzelnen erforderlichen Kenntnisse der Elektrotechnik sowie der relevanten technischen Regeln verfügen und
• diese Kenntnisse aktualisieren, zum Beispiel durch Teilnahme an Schulungen oder an einem einschlägigen Erfahrungsaustausch.

Zur Vermeidung von Problemen in Bezug auf die Qualifikation einer Person, die Prüfungen an elektrischen Betriebsmitteln durchführt, sollte der Arbeitgeber darauf achten, dass sowohl die Qualifikation nach DGUV Vorschrift 3 als auch nach BetrSichV als befähigte Person vorliegt.